Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FISCHNALER-CHRONIK · JULI 3. BIS 27.

Regelung der städtischen Lebensmittelversorgung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 4. Juli 1915 · Seite 3 · #Fischnalerchronik
📜 Quelle & Konkordanz: Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik (Bd. I, 1929) Aus Fischnaler-Quellenindex erschlossen
Regest #1805 (Buchseite 100, Juli 3. bis 27., Nachweis: 331, co., 495): „Derselbe sucht die Lebensmittel-Versorgung besser zu regeln. Die gleichmäßige Verteilung der Milch wird angestrebt, Erzeugung und Verkauf von Schlagobers verboten, die „Innereien“ werden zu festgelegtem Preis durch das städtische Uebernahmsamt abgegeben und eine Partie Fettschafe von demselben angekauft.“ · In der Fischnaler-Gesamtansicht öffnen →
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 100: „Derselbe sucht die Lebensmittel-Versorgung besser zu regeln. Die gleichmäßige Verteilung der Milch wird angestrebt, Erzeugung und Verkauf von Schlagobers verboten, die „Innereien“ werden zu festgelegtem Preis durch das städtische Uebernahmsamt abgegeben und eine Partie Fettschafe von demselben angekauft.“] Originaltext der Innsbrucker Nachrichten (4. Juli 1915, S. 3): Die Salzverteilung erfolgt am 14. und 15. Juli 1915 im gewesenen Schmalz- magazin am oberen Stadtplatze. Die Lebensmittelversorgung in Innsbruck. Die Hoffnung, daß der Weltkrieg im Sommer beendet werde und dann wieder geregeltere Verhältnisse auf dem Lebensmittelmarkt eintreten könnten, hat sich nicht erfüllt; leider sind noch einige neue Schwierigkeiten dazu gekommen. Unsere Pflicht ist es nun, mit alle:: Mitteln und aller Energie dahin zu trachten, daß diese Schwierigkeiten behoben werden und wir unsere Bedürfnisse den Verhältnissen anpassen. Gegenwärtig ist es besonders die Frage der Beschaffung von Milch und Fleisch, welche die vollste Beachtung erfordert. Zur Zeit des Alpauftriebes herrschte auch in Friedenszeiten Mangel an ausreichender Milchzufuhr, dem aber im Herbste nach der Abfahrt von den Alpen wieder ein reichliches Angebot gegen- überstand. In der gegenwärtigen Zeit ist dieser Milchmangel noch verschärft worden durch den Mangel an Wartepersonal, an Zugtieren zur Bespannung der Zufuhren, und vielen Bauern ist es nicht tnöglich, bei den heutigen Viehpreisen, wo für eine neumelkende gute Kuh 1100 bis 1300 K verlangt werden, seinen Viehstand entsprechend auszuwechfeln oder zu ergänzen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 4. Juli 1915, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/10110-regelung-der-staedtischen-lebensmittelversorgung-1915).

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