Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FISCHNALER-CHRONIK · 1920 JAN. 9.

Verwahrung der Stadtangestellten gegen Gerüchte

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 9. Jänner 1920 · Seite 6 · #Fischnalerchronik
📜 Quelle & Konkordanz: Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik (Bd. I, 1929) Aus Fischnaler-Quellenindex erschlossen
Regest #2363 (Buchseite 123, 1920 Jan. 9.): „Die Stadtangestellten verwahren sich gegen die Ausstreuung der Gerüchte über ihre bevorzugte Lebensmittelversorgung aus dem Rathausmagazin, das nur zur Zeit der Rationierung zur Vermeidung des „Anstehens“ eröffnet worden ist.“ · In der Fischnaler-Gesamtansicht öffnen →
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 123: „Die Stadtangestellten verwahren sich gegen die Ausstreuung der Gerüchte über ihre bevorzugte Lebensmittelversorgung aus dem Rathausmagazin, das nur zur Zeit der Rationierung zur Vermeidung des „Anstehens“ eröffnet worden ist.“] Originaltext der Innsbrucker Nachrichten (9. Jänner 1920, S. 6): Die Beamtenschaft stand dem allen anfänglich ruhig und gleichgültig gegenüber, schienen ihr doch die Anschuldigungen gar zu plump und greifbar erlogen, als daß sie sich hätte hiedurch verletzt fühlen können. Tie Beamtenschaft schwieg also,-dieses Schweigen aber deutete man als Scknldgeständnis. Die Gerüchte wurden imlner toller und dreister. Bald interessierten sich Ver- trauenspersotten der Bevölkerung: die Frauen Klammer, Schneider und Wageneder, für die Wirtschaftsführung der Beamten,-sie nahmen Bucheinsicht, fanden alles in Ordnung und versprachen, in Hinkunft der Beamtenschaft ihren Schutz in der Oeffentlichkeit angedeihen zu lassem Ob sie hielten, was sie vcrivrvchen hatten, ist den Beamten nicht bekannt geworden. Sie warteten vergebens daraus, daß endlich einmal ein offenes Wort zu ihren Gunsten gesprochen würde. Die Angriffe mehrten sich — es standen ja die Wahlen vor der Türe — es kam System in das Ganze und es artete in eine Hetze aus. Da bat die Beamtenschaft den Herrn Bürgermeister um ein energisches Wart in der Presse,-er lehnte ab: „ Man würde mir doch nicht glauben. ", Eilttäuscht wehrte sie sich selbst. Mit ein paar 8 19-Be- S ungen wurde das gröbste znrückgcwiescn.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. Jänner 1920, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/10668-verwahrung-der-stadtangestellten-gegen-geruechte-1920).

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