1666 betrachtet. „ Kaiser Franz Josef ' S Regierung hat entschlossen und mit starker Hand diese Schranken niedergeworfcn und die Gemeinsamkeit auf dem Boden der geistigen Cultur wie der materiellen Interessen wieder hergeftellt. Oesterreich nahm die künftige Zoll und Handelscinigung auf in sein politisches Programm und ging voran mit dem großen Gedanken, aus den weiten Ländern von der Nordsee bis an ' S eiserne Thor, von der Weichsel bis an den Po ein großes HandclSgebiet zu gestalten, also zunächst auf dem Grund deS materiellen Lebens eine große festgcschlossene Einheit zu begründen. Aber nicht bloß den Sachen ist freie Bahn gegeben; auch der Geist, der deutsche Geist erhielt das Recht der Freizügigkeit durch die Gebiete V - S Reichs. Die Thore sind aufgethan für den Einzug und freien Wechfelverkehr deutscher Wissenschaft und Kunst; es geht eine erquickende Strömung frischen freien Geisteslebens durch die Gauen DculschösterreichS. " Zweitens hebt der Redner hervor die Aufhebung des UnterthänigkeitSver« hältnisses. „ Kein Bürger ist mehr des andern Bürgers Oberherr, keiner deS an, dem „ „ Unterthan " ", gleichwalten herrscht über alle, gleich schützend und gleich wehrend daS gemeinsame Gesetz. " „ Gutsherrliche Polizei, anderswo blühend, ist in Oesterreich bloße Antiquität„ Mit dem Wegfall dieses Stückes feudalen Lebens fiel auch die Möglichkeit feudaler Lebensformen im Staatsweftn hinweg; und eS ist nur eine Verirrung historischen Geistes, die Erhaltung oder Aufrichtung derselben fordern zu wollen. " So stellt sich Österreich materiell und geistig in die frische Strömung deutschen Lebens, gleich berechtigte Bürger umfassend, die Niemand als der einen Souveränität „ unterthan " sind „Diese Arbeit der Verjüngung hat Franz Josef gekrönt durch die Verleihung der Verfassung, durch die Einführung „ „ der erprobten constitutionellen Formen " ", unter deren Schutz aller berechtigten Kräfte frisch und frei sich entfalten können. " Redner hebt die Schwierigkeit hervor, für den Reichthum buntfarbiger Verhältnisse angemessene politische Lebensformen zu finden; aber die Reichsvcrfassung trage deutlich daS Bestreben an der Stirne, allen großen legitimen Interessen jene Geltung zu sichern, die ihnen im Organismus deS GesammtiebenS zukommt. Das zeige ein Blick auf die Landtagswahlordnung und die Bildung des ReichSratheS. Wenn man die Zustände „ unfertig " nenne, so sei daS wohl wahr, aber kein Vorwurf für daS neue Oesterreich, das unverdrossen vorwärts strebe. „ Auch der Jüngling ist unfertig. Aber wer wirft ihm vor, daß er noch kein Mann ist, wenn er nur kräftig arbeitet, ein tüchtiger Mann zu werden? wer freut sich denn nicht seiner schwellenden Kraft, seiner feurigen Energie, seines edlen StrebenS, feines hochkiopfcnden Herzens und seiner vielversprechenden Zukunft? Auch der Mann ist nicht fertig, wie überhaupt nichts feriig ist, was lebt, wächst und sich entwickelt. So fehlt auch unS noch gar manches, aber es wird gewonnen werden durch die Thätigkeit eines gesunden staatlichen Organismus. Und hier müssen wir die hohe Weisheit preisen, die im Verleihen ein so bestimmtes Maß hielt. Sie hat uns nicht auf einmal mit einer reich paragraphirten Verfassung, allerlei Grundrechten u. f. w. beschenkt, sondern nur die festen Formen der höchsten Sphären deS politischen Lebens und die Bedingungen ihrer Weitcrbilbung festgestellt, alles andere aber durch die Wirksamkeit „ „ vereinter Kräfte " "
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. August 1862, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1163-wuerdigung-der-verjuengung-oesterreichs-durch-die-verfassung-und-1862).
W. Innsbruck, 8. Dez. Wir sind in der höchst schmerzlichen Lage daS Ableben unseres Henn Landeshauptmannes, deS k. k. OberlandeSgerichtSratheS Kr. Hicroliymils v. Klebklsberg zu Thumliurg mitzutheilen. Er verblich gester …
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Ztg. " brachte einen angeblich aus Wien dalitten Artikel des Inhalts, als ob Se. kais. Hoheit unser durchl. Herr Erzherzog - Statthalter Karl Ludwig gesonnen wäre, diese Stelle niederzulegen (?!). Wenn wir auch gerade ni …
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