Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FAKE-FLORINER MIT SCHWARZER SCHRAFFIURE

Warnung vor falschen 100-fl. Banknoten im Bezirk Kufstein und Rattenberg

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 26. Jänner 1864 · Seite 3 · #Geldfälschung
Die k. k. Statthalterei für Tirol und Vorarlberg bringt über die im Bezirke Kufstein und Rattenberg in Verkehr gesetzten falschen Banknoten zu 100fl. öst. W. und deren Merkmale und Kennzeichen nachstehendes zur Warnung des Publikums zur öffentlichen Kenntniß: Wie bekannt, sind in den Bezirken Kufstein und Rattenberg falsche Banknoten zu 100 fl. öst. W. in Verkehr gesetzt worden, wovon ein großer Theil bereits wieder eingezogen worden ist. Die wesentlichen Kennzeichen und Merkmale dieser falschen Banknoten sind folgende: Die bisher aufgegriffenen Falsifikate von 100 fl. Banknoten erster Ausgabe österr. Währung mit dem Datum 1. März 1858 find auf gewöhnlichem etwas fest und glatt anfühibaren Maschinen - Papier im photografischen Wege erzeugt und tragen alle die Serie AU. a. Mi *. 54364, oben unter den zwei Engeln die Nummer 38, Buchstabe § 3 Dieselben sind schlecht gelungen, von Jedermann beim ersten Blick leicht als falsch zu erkennen, indem der ganze Ton der Figuren und Schrift theils schwarzbläulicht, theilS grau bläulich erscheint. Die Schraffirung ist größentheilS verschwommen. Der Kopf der Frauen - Gestalt zeigt sich wie mit Tusch und Pinsel gezeichnet. Sei einigen Exemplaren ist die Figur des Wassermannes und die Schrift etwas schwärzer und schärfer ausgefallen, das ganze Bild aber immerhin derart, daß cS gegen ächte Roten sehr auffällig absticht. Während die rothen Fraktur - Buchstaben und W4Ü H B bei den ächten Bank- Noten mit Hochdruck angebracht, auf der Rückseite fühlbar e > haben scheinen, find dieselben in den Falsifikaten mit rsther Tinte geschrieben, auf der Rückseite nicht fühlbar. Die Farbe und Gestalt dieser Buchstaben ist von ächten Noten auffällig verschieden. Auch die Serie und Nummer sind auf der Rückseite nicht fühlbar. Die Wasserzeichen sind auf mechanischem Wege so scharf eingedrückt, daß selbe schon bei horizontaler Lage des Falsifikates auf der Vorderseite stark sichtbar sind, durch ' s Licht betrachtet aber sich von jenen der ächten Noten sehr verschieden zeigen, und daß daS Papier vorzüglich an den untern Arabesken beinahe durchbrochen ist.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 26. Jänner 1864, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1359-warnung-vor-falschen-100-fl-banknoten-im-bezirk-kufstein-und-1864).

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