Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WETTERLÄUTEN IM ZU SPÄTEN MOMENT

Zwey Meßner lassen Gewitter zu spat erkennen, Glockenläuten vergebens

1469 schm ließen muthwilligerweise daS Gewitter viel zu nahe kommen, und erst als ste die ganze Größe der Gefahr ermessen konnten, begannen sie auS Leibeskräften in den Thurm zu rennen und die Glocken hastig anzuziehen. Leider war eS aber schon zu spät; nicht einmal die große PaulSnerin richtete mehr etwas aus. WaS nützt da um GotteS willen, was sie einstens gesagt hat: Anna Maria heiß ' ich, Alle Wetter weiß ich, Alle Wetter vertreib ' ich, Im St. PaulSner Thurm bleib ' ich — wenn der Meßner sie so unbarmherzig im Stiche läßt. ES haben aber auch beide Meßner tüchtig die Leviten bekommen. Hoffentlich werden sie ihr grobes Verschulden wieder gut machen und in Zukunft wenigstens eine Stunde früher, ehe die Gewitterwolken erscheinen, zu den Stricken greifen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Juli 1864, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1453-zwey-messner-lassen-gewitter-zu-spat-erkennen-glockenlaeuten-1864).

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