Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ARLBERG UNTERTAUCHT IM SECHS-FUSS-SCHNEE

Schwerer Schneebruch auf dem Arlberg legt Passage lahm

Vom Arlberg, 9. März meldet man der „ Schützenzeitung ": Alte Schneearbeiier behaupten, daß seit 10 Jahren kein so großer Schneebruch vorgckommen sei, wie der letzte. Am 3. d. M. schneite eS so dicht, daß kein Vogel hätte über den Berg kommen können. An diesem einzigen Tage warf eS einen 6 Fuß hohen Schnee, der überdies sehr lawinengefährlich war. Auf der Tiroler Seite deS Berges konnte die Passage durch 60 Arbeiter und 4 Pferde noch am selben Tage geöffnet werden; auf Vorarlberger Seite vermochte man das jedoch erst am 4. Abends 6 Uhr zu Stande zu bringen, nachdem die Tirolerarbeiter zu Hilfe gekommen und 12 Pferde in Thätigkeit gesetzt worden waren. Hier in St. Christof liegt der Schnee beim Hause 8 Fuß hoch, auf der Landmark 14 Fuß hoch, auf der Vorarlberger Seite 16 bis 18 Fuß hoch. In eingewehten Vertiefungen ist der Schnee auch 20 — 30 Fuß tief. In der Gegend von Stuben und Oberlangen ist eine ungeheure Lawine abgegangen, welche 27 Telegrafenstangen, zwischen denen jedoch
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 14. März 1865, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1546-schwerer-schneebruch-auf-dem-arlberg-legt-passage-lahm-1865).

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