Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
GEFÄNGNIS MIT CHANCE

Humanes Projekt zur Trennung von Kindesmörderinnen und gemeinen Verbrecherinnen im Gefängniswesen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 9. Juni 1866 · Seite 3 · #Rechtliches
Ein humanes Projekt liegt gegenwärtig hohen OrteS vor und, dürfte einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Gerichtswesens herbeiführen. Herr Regierungsrath Ritter v. Hye, General - Inspektor deS GefängnißwefenS, hat nämlich den Plan gefaßt, dahin zu wirken, daß die zu Kerkerstrafen verurtheilten KindeSmörderinnen nicht wie bisher mit anderen gemeinen Verbrecherinnen in einem und demselben Gefängniß untergebracht werden sollen, sondern in Anbetracht, daß ein KindeSmord fast nie in gemeinverbrecherischer Absicht vollführt wird, sondern meist in der Furcht vor Schande, in Nahrungssorge oder sonstiger abnormer geistiger Verwirrung seinen Grund hat, in einem Separat - Gefängniß in Gewahrsam gehalten werden sollen, da gerade bei Kindesmörderinnen der zu erhoffende Fall eintreten könnte, daß sie nach Sühnung ihrer unseligen
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. Juni 1866, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1747-humanes-projekt-zur-trennung-von-kindesmoerderinnen-und-gemeinen-1866).

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