Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WALDGEISTE UND BRANDRAKETEN

Blutiger Kampf bei Gitschin – Preußische Infanterie kämpft verborgen im Walde gegen die Oesterreicher

" Ueber den Kampf von Jicin ( Gitschin) wird der „ Boh. " geschrieben: Von einem Augenzeugen deS Kampfes bei Gitschin ( am 29. Juni) vernehmen wir. daß dieser Kampf ein furchtbarer war. Die Preußen haben den Berg Tabor besetzt und auf selbem eine Batterie errichtet, die Oesterreicher hielten gegenüber den Bradletz besetzt. Die preußische Infanterie tauchte oft ganz unvermuthet auS den Waldungen auf und eröffnete gegen die Oesterreicher ein verheerendes Feuer; sobald eine Division ihre Zündnadelgewehre abgefeuert, verschwand sie wieder im Walde, während auf einer ganz anderen Stelle wieder Infanteriewaffen aus den Wäldern hervordrangen. Die Oesterreicher vermochten nicht, sie in der durch den Wald geschützten Stellung mit Erfolg anzugreifen und beschossen, da kein anderes Mittel übrig blieb, sie aus dieser herauszutreiben, diese mit Brandraketen, wodurch große Waldstrecken in Brand geriethen. Selbst an allen Punkten, die man für bedeutendere Truppenmassen für unzugänglich gehalten, z. B den Prachower Felsen sollen die Preußen plötzlich erschienen sein. Einer der höheren preußischen Offiziere hatte am Berge Tabor Posto gefaßt, von wo man die Gegend der Schlacht meilenweit überblicken konnte. Am 30. soll der Kampf sich neu entsponnen und sich bis Horzitz gezogen haben.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. Juli 1866, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1773-blutiger-kampf-bei-gitschin-preussische-infanterie-kaempft-1866).

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