Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
KAMPF BIS ZUM LETZTEN BLOUTSTROPPEN

Preußische Waffenstillstandsbedingungen erregen in Oesterreich heftigen Widerstand

Die Bedingungen Preußens für einen Waffenstillstand sollen folgende sein: Die zwischen den preußischen Linien und den preußischen Grenzen belegenen Festungen, wie auch die mit Sachsen, Baiern und Schlesien verkehrende Nordbahn werden übergeben, die Verpflegung der preußischen Armeen während des Waffenstillstandes erfolgt aufKosten Oesterreichs, die österreichische Südarmee soll in gleicher Entfernung von Wien und schließlich soll Oesterreich auf die Fortsetzung jedweder Art von Anwerbung und Aushebung verzichten und seine Armeekorps sollen dort unbeweglich verbleiben, wo sie sich gegenwärtig befinden. Diese Bedingungen, von denen Preußen die Abschließung eines Waffenstillstandes abhängig macht, sind die eines im SiegeStaumel wahnsinnig Gewordenen. Daß Oesterreich diese Bedingungen nicht annehmen kann, sieht jeder Oesterreiche. r ein. Schon der Gedanke einer Annahme dieser Bedingungen wäre Verrath an Kaiser und Vaterland, Verrath an der Armee und an jedem edleren Gefühl. Also Kampf bis auf ' s Messer, bis auf den letzten Mann, bis auf den letzten Blutstropfen — das ist die Losung der Armee und ganz Oesterreichs!
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. Juli 1866, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1777-preussische-waffenstillstandsbedingungen-erregen-in-oesterreich-1866).

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