Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
VOM TODTEN BESTAND ZUM GEMSEBOOM

Beförderung des Jagdwesens im Zillerthale und Ernennung eines Ehrenbürger durch die Gemeinden

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 4. Mai 1867 · Seite 4 · #Jagdpacht und Jagdgebiete
Ein Leichnam, welchem Kopf und Arme fehlten und der schon gänzlich verwest war, wurde aufgefangen und beerdigt (Jagd im Zillerthal.) In unserem romantischen Zillerthale waren schon in alten Zeiten unter der fürstlich salzburgischen Regierung sehr wildreiche Jagdbezirke, wo dortmals die Wilderer, Zeuge die alten, noch vorhandenen Jagdordnnngen, mit wirklich barbarischer Strenge für die Jagdfrevel bestraft wurden. Mit Ende des vorigen Jahrhunderts kamen diese Jagden immer mehr in Verfall. Die letzten Steinböcke in der Floiten wurden in den siebziger Jahren geschossen, und in den letzten Dezennien unseres gegenwärtigen Jahrhunderts wäre cs bald dahin gekominen, daß auch der letzte Gemsbock geschossen worden wäre. Diese Jagdverhältnisse haben sich in den letzten Jahren überraschend vortheilhaft geändert. Nachdem Se. Durchlaucht Fürst Auersperg vom h. Aerar den ganzen Jagdbezirk der k. k. Försterei Mairhofen und ebenso die Gemeindejagden von den dortbezirklichen Gemeinden gepachtet hatte, vermehrten sich die Gemsen unter der Jagdverwaltung des ebenso als kühner Gemsenjäger, wie als sorgsamer Gemsenheger bekannten k. k. Försters Hochleitner ( auch auf den Schießständen bekannt als scharfer Schütze) eben so stark als wie die Schafheerden des Patriarchen Abraham. Heuer wurde nun vom hohen Aerar auch der ausgedehnte Jagdbezirk von Gerlos an den Fürsten Emil v. Fürstenberg verpachtet, daher auch in diesem Jagdreviere der seit einigen Jahren durch sorgsame Schonung gehegte Wildstand bald durch zahlreiche Rudel blühen wird. Die hiesige Bevölkerung ist für diese Jagdverpachtungen so eingenommen, daß die 4 Gemeinden des Revieres Mairhofen und die Gemeinde Zell den durchlauchtigsten Jagdpächter Fürsten v. Auersperg zu ihrem Ehrenbürger ernannt haben.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 4. Mai 1867, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1922-befoerderung-des-jagdwesens-im-zillerthale-und-ernennung-eines-1867).

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