Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ZWEI TOTE UND KEIN HALT

Tragische Opfer durch rasende Wagen in den belebtesten Gassen der Stadt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 14. Mai 1867 · Seite 5 · #Verkehrsunfälle
1025 Mal war cö eine alte, schwächliche Person, welche dieses traurige Schicksal traf; das andere Mal mußte ein kleines, hilfloses Kind von 6 Jahren das Opfer der Rohheit cineS Unholdes werden, der cS, wie man sagt, nicht einmal der Mühe werth fand, das arme Kind, das unter den Rädern seines Wagens zerquetscht ward, vom Boden aufzuhcben, sondern eS gleichgültig in seinem elenden Zustande ließ Und täglich kann man durch die belebtesten Gaffen unserer Stadt schwere Wägen in rasender E > le jagen sehen, so daß man sich nur wundern muß, daß nicht noch mehr solche Unglücksfälle bis jetzt sich ereignet haben. — Da muß man also wohl mit Recht fragen: existiren denn gar keine Verordnungen mehr, welche das schnelle Fahren durch volkreiche Gaffen in unserer Stadt untersagen? oder, wenn doch wirklich, wie kaum zu zweifeln ist, solche Verordnungen noch bestehen, gibt eS Niemanden mehr, welcher im Stande ist, die Befolgung dieser Verordnungen zu überwachen, dem wüsten Treiben roher Fuhrleute und Kutscher zu steuern und deren empörende Mißachtung jeder schuldigen Rücksicht für Leben und Gesundheit des Nebenmenschen strenge, nicht etwa bloS mit einem gelinden Verweise
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 14. Mai 1867, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1928-tragische-opfer-durch-rasende-wagen-in-den-belebtesten-gassen-der-1867).

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