Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BOZEN BITTET UM DEN PRINZEN ZURÜCK

Gesuch der Stadt Bozen um Rückkehr des Erzherzogs Heinrich

Ein Schleckschuß kostet 5 kr. (Erzherzog Heinrich.) Die Stadtgemeinde Bozen hat sich endlich zu einer That aufgerafft, sie hat beschlossen, ein Gesuch an Se. Majestät den Kaiser zu richten, damit dem Erzherzog Heinrich die Rückkehr nach Oesterreich und somit auch nach Bozen gestattet werde. Hier hat der kais. Prinz durch seine Leutseligkeit sich große Sympathien erworben. Die Stadtgcmeinde Bozen selbst ist durch diesen Schlag ernstlich betroffen, da ihr durch die Abwesenheit des Erzherzogs eine Einnahmsquelle entgeht, abgesehen davon, daß seine Güter in Bozen und Kaltern deS Administrators entbehren, als welcher er selbst jetzt aufgetreten ist. Am frühen Morgen fand man ihn, wie er überall nachsah, damit die Arbeit rüstig vor sich gehe, und für jeden seiner Untergebenen hatte er ein freundliches Wort. Er war jetzt nichts weiter als ein Bürger unter seinen Mitbürgern, und mehr wollte er nicht sein. Und gerade dieser echt demokratische Zug in seinem ganzen Wesen hat ihm hier eine Popularität verschafft, die eben nicht leicht zu erringen ist. Man hofft zuverlässig, daß mit der Entbindung der Kaiserin auch für ihn Gnade werde und eS ihm vergönnt ist, recht bald seine Besitzungen an der Etsch wiederzusehen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. April 1868, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2117-gesuch-der-stadt-bozen-um-rueckkehr-des-erzherzogs-heinrich-1868).

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