Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BAUMGEWÜCHS ALS KABELTRÄGER

Neues Verfahren der Telegraphenleitungen an Bäumen an der südlichen Staats-Eisenbahn

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 27. August 1855 · Seite 5
1258 Die von Herrn Professor Hlubek, welcher die Bepflanzungs - Arbeiten an unserer südlichen Staats - Eisenbahn leitet, angeregte Idee, die Telegraphen- Leitungsdräbte auf lebenden Bäumen statt der jetzigen Säulen zu befestigen, und zu diesem Ende längs der Bahn in angemessenen Zwischenräumen jene Baumarten aufzupflanzen, welche sich mit der Zeit für solche Zwecke vorzugsweise eignen werden, hat die Zustimmung des k. k. Handelsministeriums erhalten. Auf Grund dessen sind die kaiserl. Eisenbahn - Betriebs - Behörden angewiesen worden, bei Anlage und Erweiterung der Baumpflanzung auf diesen Zweck Bedacht zu nehmen und unter Beachtung der Boden und klimatischen Verhältnisse die geeigneten Baumgattungen zu wählen, überhaupt auf das Gelingen dieser mit namhafter Kosten - Ersparniß verbundenen Neuerung in jeder Weise thätig einzuwirken. In Frankreich, Italien und zum Theil auch in Deutschland hat man diese Art von Telegraphen - Leitung unbeanständet durchgeführt, ja, sogar die Drähte mitten durch die Zweige und das Laubwerk der Bäume gehen lassen. Herr Professor Hlubek bezeichnet unter den Nadelbäumen die Lärche als mehr geeignet für den angegebenen Zweck als die Fichte. Unter den Laubbäumen hält er die Esche für den geeignetsten Ersatz der jetzigen Telegraphen - Säulen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 27. August 1855, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/223-neues-verfahren-der-telegraphenleitungen-an-baeumen-an-der-1855).

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