Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
OBERINNTAL ENTDECKT SICH SELBST

Empfehlung des Oberinnthales mit sehenswürdigen Stätten und angenehmem Aufenthalte

Während nun die Achenthaler Seegegend sowie das Thal von Kitzbühl bereits den höchsten Punkt ihrer Frequenz erreicht haben, erringen sich nach und nach auch andere Gegenden ähnliche Beliebtheit, namentlich im Unterinn und Pusterthale; aber auch das Oberinnthal mit seinen Seitenthälern verdiente, von Städtern und Touristen mehr besucht zu werden. So z. B. biethet die Gegend von Zirl aufwärts des Sehenswertben Vieles nebst dem angenehmen Aufenthalte an einzelnen Ortschaften. Als besondere Sehenswürdigkeiten jener Gegenden erwähnen wir nur des Stiftes Stams mit seinkn reichhaltigen Sammlungen, seiner herrlichen Kirche mit der tirolischen Fürstengruft, die als Neubau berühmte Kirche zu Silz mit dem herrlichen Altarbilde von Hellweger, das uralte Schloß Petersberg mit manchen Sehenswürdigkeiten auö der romantischen Rittcrzeit, die Ueberreste der Schlösser Hörtenberg bei Pfaffenhofen und Fragenstein bei Zirl, von deren Höhen man entzückende Fernsichteu genießt. Wem es in diesem Landestheile zu enge wird, möge sich von Telfs aus mittelst der Poststraße, oder von Mötz bei Silz auf einem zwar mehr steilen aber sehr wildromantischen Waldwege an dem uralten Schlosse Klamm und seinem imposanten Zwingthurme vorüber in das Hochthal »Miemingerberg" bemühen. Hier ist die Gegend zwischen Miemtng und Nassereith eine der freundlichsten im ganzen Jnnsbruckerkreise; das Thal selbst wohl eine Stunde breit, vom einst schön bewaldeten, mitunter phantastisch geformten
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. August 1855, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/225-empfehlung-des-oberinnthales-mit-sehenswuerdigen-staetten-und-1855).

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