" „ Dann, meine Brüder, " sagte der Prediger, „ist der Herr mit seinen HeerschaarkN geschlagen worden, und es ist Zeit,, daß wir unS retten " Bürgerausschuß - Sitzuttg vom 3 3 April (Fortsetzung) lieber den nun folgenden 4 Gegenstand der Tagesordnung das Malfattische Knaden - Erziehungs. Institut betreffend, entspann sich eine lebhafte Erörterung. Der Herr Vorsitzende erstattete einen ausführlichen Bericht über die Geschichte dieser Stiftung, dem wir folgendes entnehmen: Herr Alois Malfatti hat im Vertrage vom 7 Ott 1464 der Stadtgemeinde Innsbruck das von ihm um 22 000 ft ö. W käuflich erworbene Anwesen in St Nikolaus unter der Bedingung überlasten, daß eine Anstalt gegründet werde, in welcher verlassene Knaben in der Religion und den übrigen Schulgegenständen unterrichtet und in gewerblichen Arbeiten unterwiesen werden. Die Leitung dieser Anstalt soll längstens binnen 3 Jahren einem geistlichen männlichen Orden übertragen werden. Herr Alois Malfatti soll das Recht haben drei ZoglingSplätze unentgeldlich zu besetzen. Sollten die Vertragsbedingungen nicht eingehalten werden, fo 6m die Stadt den Kaufspreis um 22. 000 fl. ö W. demselben auszuzahlen oder das ganze Anwesen in derselben Ausdehnung, wie es überlassen wurde, zurückzustellen. Der große Bürgerausschuß hatte den Abschluß des Vertrages unter den gegebenen Bedingungen am 2v. August 1: 64 genehmiget und die Einrichtung sowie Verwaltung der Anstalt der Armendirektion übertragen, welche bis sich ein männlicher Orden gefunden haben wird, vorläufig zur Leitung derselben zwei barmherzige Schwestern berufen und mit dem A? lfsichtsiechte den damaligen Herrn Pfarrer Alois Gröber betraut hat; als Oekonomieverwalter ward das Ausschußmitglied Herr Anton Egger beigegeben. Am 18. Juni 1865 wurde die Anstalt eröffnet. Am 18. September 1866 empfahl Herr Dekan Johann v Leiß drei Mitglieder des Ordens der Söhne Märiens, welche als Deutsche Italien verlassen mußten, zur Leitung der Anstalt, um hiedurch der Bedingung des Vertrages gerecht zu werden. Der große Bürgerausschuß ertheilte hiezu die Genehmigung und so wurde das Institut drei Brüdern des Ordens der Söhne Mariens übergeben. Einer von denselben ist gestorben und die beiden andern haben die Anstalt verlassen. In der Anstatt befinden sich dermalen 32 Jünglinge.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 27. April 1869, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2302-bericht-ueber-die-geschichte-und-leitung-des-malfattischen-knaden-1869).
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