' ( Die Redaktion der „ Neuen Tiroler - Stimmen ") wurde mit Magistrats. Dekret vom 17. August d. IS. ersucht um Ausnahme folgender Aemtliche n und thatsächlichen Berichtigung: Die vorgestrigen „ R T St. " Rr. 185 brachten dto. Innsbruck eine Korrespondenz mit vem Eingänge: „ Ein wohlfeiler Lorbeerkranz war der Gegenstand der Sehnsucht und der Anstrengung unseres neuen Magistrates " — welcher tendenziöse Bericht eine tatsächliche Widerlegung herausfordert. ES ist nachgerade unwahr, „ daß an das „Ministerium von Seite des Magistrates eine recht rührende, vier Bogen lange „Bitte abgefaßt wurde, damit die ehrwürdigen Sckulbrüder im Malfattifchen „Institute wieder dahin fpedirt würden, woher fie gekommen. " Der Sachverhalt ist vielmehr folgender: Ueber Auftrag der h. k. k. Statthalterei vom 10. Mai l. IS., Z. 8568 hatte der Magistrat in Betreff deS Majestätsgesuches der Kongregation der christlichen Schulbrüder von Wien um Genehmigung der Einführung dieser Kongregation in die Diözese Brixen Behufs Uebernahme der Leitung des Malfattifchen Knaben - Erziehungs - Institutes in Innsbruck Bericht zu erstatten, und eS wurde diese Aeußerung mit Darlegung der einschlägigen SitzunHSbeschlüsse deS großen Bürgerausschusses dahin abgegeben, daß man wohl dre Heranziehung der zur Leitung des Malfattischen Institutes erforderlichen Schulbrüder, nicht aber die Einbürgerung dieser ganzen Ordens - Kongregation befürworte. Der Erlaß der h Regierung vom 16. d. M Z. 14798 auf Grund einer a. h kaiserl. Entschließung vom 16. v. M. lautet nun ganz im Sinne des Magistrates auch lediglich dahin: „ Es ^ valte kein gesetzlicher „Anstand dagegen ob, daß daS Wiener - OrdenShauS der Schulbrüder die Leitung „des Malfattischen Knaben - ErziehungS - JnstituteS in Innsbruck übernehme, indem „dieses Institut in allen Richtungen als eine Privat - Anstalt sich darstellt, „wornach eS den Schulbrüdern, welche zur Leitung des genannten Institutes „berufen werden, obliegen wird, hiebei und insbesondere bezüglich der Pflege deS „Unterrichtes die für Privatanstalten dieser Art bestehenden Vorschriften zur „Richtschnur zu nehmen. " Von einer Einführung der OrvenS - Kongregation hier ist keine Rede, und somit war die Angabe der „ Neuen Tiroler - Stimmen ", als habe der Magistrat auf fein „ Ansinnen " von der Regierung „ eine abschlägige Antwort erhalten " — wieder eine Unwahrheit. UebrigenS befand sich der Magistrat bei seinem obgedachten Berichte auch im Einklänge mit dem hochw. Fürstbischöfe von Brixen. welcher mit Schreiben vom 22. Dezember v. IS. Z. 3522 die Zustimmung dahin ertheilte: „ Daß von dem in Wien be- „stehenden Ordenöhause drei Mitglieder zur Leitung deS Malfatti - JnstitutcS „nach Innsbruck exponirt werden sollen ", womit auch der hochw. Herr Dekan v. Leiß hier laut seiner Zuschrift vom 23. Dezember v. I. Z. 1553 sich „ ebenfalls vollkommen einverstanden " erklärte. Dem allen zufolge waren die „Neuen Tiroler Stimmen " in dieser Sache sehr schlecht berichtet, und mögen nun den „ wohlfeilen Lorbeerkranz " und den „ mit lügnerischen Phrasen verzierten Polizeistock " irgend anderswohin legen, als vor die Thüre des hiesigen Magistrates.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 19. August 1869, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2378-berichtigung-einer-tendenzioesen-berichterstattung-ueber-die-1869).
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