aufgeführt wui de, und noch ungleich mehr gewonnen hätte, wenn das Tempo dabei etwas rascher genommen worden wäre. Der günstige Eindruck, den dieser Chor gemacht, wurde sofort erhöht durch daS Duett aus „ Belisar ", von Frl. Dantscher und Herrn Niederegger vorgetragen, daS in seiner Ausführung, ebenso von der ttefstichen Auffassung und dramatischen Vortragsweise, alö von der Machtfülle dcS ganzen sonoren Organs dcS Herrn Niederegger Kunde that. Auf den herrlichen Gesang von Frl. Dantscher werden wir weiter unten zurückkommen. Die Herren T o r g l e r und P e m b a u r trugen zwei Nummern auS den „ Märchenbildern " von Schumann vor, in denen sich Herr Torgler als ganz tüchtigen Geiger zeigte, als der er schon im Orchester bekannt ist, und Herr Pembaur stand ihm inBehandlung des Pianoforte tüchtig zur Seite, allein trotzdem möchten wir die Wahl der Piece nicht als eine gelunge e betrachten, indem gerade zum Vortrage dieser „ Märchenbilder ", die sich bald in rührendster Einfachheit, bald in ausgesuchtester Technik bewegen, die vollendetste Meisterhastigkeit in Behandlung der Violine gefordert wird Schubert ' S „ Gruppe aus dem Tartarus und Schumann ' S „ die beiden Grenadiere ", boten dem Herrn Bassisten Steinlechner Gelegenbeit, den Wohlklang seines herrlichen Organs, daS besonders in der Höhe den weichen Klang des Bariton, IN der Tiefe, die sich im Terzett zeigte, die gewaltige Kraft des BaffeS hat, in bester Weise zu zeigen, und der Vortrag von Schumann ' S schöner Ballade zeigten von treuer Auffassung, wofm ihm auch lauter Beifall zu Theil wurde. Wir kommen zum Glanzpunkte dcS Konzertes, zum GesangSvortrage von Frl. C Dantscher. Schon im Duett, daS Frl. Dantscher mit Herrn Niederegger sang, entfaltete sich eine Kraft und wahrhaft dramatischer Vortrag, der auch mit dem entsprechenden Beifalle vom Publikum anerkannt wurde, besonders aber erstaunte man über die reine perlende Coloratur die Frl. Dantscher in der Cavatine aus dem „ Barbier" von Rossini an den Tag legte. Sagen wir noch, daß Frl. Dänischer mit dem ausgezeichneten Vortrage eine Stimme, die im Umfange die Höhe deS Sopran und die el gische Tiefe deS Alt verbindet, von der seltensten Kraft besitzt, so ist auch der stürmische Beifall begreiflich, den die Sängerin erntete. Zu erwähnen haben wir noch das Terzett auS „ Tcll ", vorgetragen von den Herren Clement, Niederegger und Steinlechner, wobei alle drei in tüchtigster Weise sich bemühten, ihrer Aufgabe gerecht zu werden, was den Herren Niederegger und S kein lech« e r in vollkommenster Weise gelang; weniger Herrn Clement, dessen Organ vielleicht gerade diesen Abend auch von dem schlechten Wetter übel beeinflußt, uns für eine so hohe Tenorparthle nicht geschaffen erschien. UebrigenS ist Herr Clement, wenn auch seine Stimme nicht sympathisch ist, doch eine anerkennenSwertheTonfülle in der Mitellagc durchaus
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 23. Dezember 1869, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2430-musikalische-glanzpunkte-im-konzert-mit-frl-dantscher-und-herrn-1869).
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