Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WIRTIN GEGEN WUCHER-VORWÜRFE

Beschwerde einer Wirthin über angebliche Unfairheit und Beleidigung durch Offiziere in Sistrans

Extra - Betlaqe m de « Innsbrucker Rachrtchteu Rro 191, Berichtigung über die Insertion in den Innsbrucker Nachrichten Nro. 168 vom 27. Juli 1870 „Die letzte Feldübung. " Daß für ein gutes Mittagessen ( und em solches wurde von dem dasselbe bestellenden Herrn Oberlieutenant verlangt) per Person mit 2 fl. 50 kr. nicht als überspannt bezeichnet werden kann, wird jeder Einsichtsvolle bestätigen, wenn man bedenkt, daß die dermalen im hohen Preise stehenden Viklualien zu höchst auf ' s Mittelgebirge in Schnelligkeit hinaufgeliefert werden mußten. Für das Speisen von 24 Offizieren wurde garantirt und da die Bemerkung gemacht wurde, daß vielleicht 50 kommen, mußte für eine genügende Bedarfsdeckung vorgesehen werden. Es speisten aber nur 18 Herren Offiziere. Da ist dann der Profit selbst niit 2 fl. 50 kr. kurz beisammen. Die Speisen wurden gerade so aufgetischt, wie selbe verlangt worden waren, nämlich: eine gute Suppe, einverständlich für jeden 3 Speckknödel, Rindfleisch mit 2 Zuspeisen, kälbernen Spießbraten mit grünen Salat und Früchtenkompott, zweierlei Torten, Südfrüchte, schwarzen Kaffee, Brod und Emmenthaler - Käs. Für das Getränke wurde nicht mehr als gewöhnlich verlangt: die Halbe Bier zu 8 kr., das Seitel Wein zu 12 und 14 kr. Es fcägt sich, ob dies eine Kontribution genannt werden kann. Vielmehr wurde uns während des Mahles alles Lob gespendet, und erst als es zum Zahlen kam, ging das Sckimpfen los. Es wurde sogar von einem der höheren Offiziere die im Zechen begriffene Mannschaft aufgefordert, diese „Räuberhöhle" zu verlassen, und diese Aufforderung mit den gleichen und ähnlichen Ausdrücken auch noch auf der Gaffe wiederholt. Diesem Befehle wurde auch leider so schnell Folge geleistet, daß mancher sich nicht mehr die Zeit nehmen zu dürfen glaubte, die Zeche zu berichtigen. Wie ich bezüglich des Preises mich rechtfertigen wollte, stieß mich derselbe höhere Offizier mit den Worten in die Küche hinein: „Weiche zurück, Mensch! Dir und dem Wirth sollte man jedem 25 herabmessen lassen! " Eine solche Behandlung hätte man denn doch etwa nur bei einem feindlichen Einfalle erwarten sollen? — Sistrans. den 29. Juli 1870. F. 23 Elisabeth Schensleben, Wirthin in Sistrans. mr Holzstifte - Maschinen, zur Fabrikation von amerikanischen und deutschen Schuhstiften, sehr leistungsfähig, F. 22 liefert nach verbessertem Patentsystem, das 6
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 30. Juli 1870, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2531-beschwerde-einer-wirthin-ueber-angebliche-unfairheit-und-1870).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Wirtshäuser, Hotels & Kuranstalten“

HOTEL MIT GARTEN UND WIRTSGERECHTSAMEN

Versteigerung des Hotels zur goldenen Sonne in Innsbruck mit Ausrufspreis von 136.000 fl.

Innsbrucker Nachrichten · 8. Mai 1869 · S. 11 · Wirtshäuser, Hotels & Kuranstalten

Feilbietungs Edikt. Mit Bewilligung des hochlöblichen k. k. Landesgerichtes hier, als AbhandlungS - Behörde vom 30 d.. Mts., Nro. 1138, wird das zu den Verlassenschaften des Herrn Tobias GrieHek und dessen Ehegattin Frau …

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |