(Ertrunken.) Vorgestern Mittags um 1 Uhr ereignete sich am Lendplatze am Prügelbau ein entsetzliches Unglück. Der hiesigeHolzfuhrniann JakobThaler beschäftigt, einen aus dem Oberinnthal angekommenen Floß mit Brennholz abzuladen, wollte, um sich einen kleinen Umweg zu ersparen, mit seinem leeren Wagen, auf dem seine beiden Kinder saßen, im Wasser um einen Floß, der 3 bis 4 Klafter in den Inn hineinragte und dessen Strömung berührte, herumfahren, trotz der Warnung der Umstehenden. Wie er um das untere Ende des Floßes hinanfbog, erfaßte die Strömung den Wagen und zog ihn_ mit dem Pferd? hinein. Den Fuhrmann, der bei 100 Schritt weit, mitgerissen « rixen wurde, zog ein städtischer Holzmesser, der ehemalige Hornist der Innsbrucker Landesschützenkompagnie Schlemmer mit großer Aufopferung glücklich heraus. Die beiden Kinder aber, Knaben von ü und 10 Jahren, hielten sich eine Zeit lang an dem Wagen, der mit dem Pferde den Inn hinab trieb. Da drehte die Strömung den Wagen um, unv nur noch von Zeit zu Zeit sah man die Knaben und das Pferd, das fürchterliche Anstrengungen zu machen schien und am längsten sichtbar blieb, austauchen, bis unter der Jnnbrücke Alles verschwand. So schnell als es unter den später zu erörternden Mißständen nur möglich war, stießen zwei Metzgerknechte mit dem an der Fleischbankstiege hängenden städtischen Kahne ab; allein nur mit einem Ruder versehen, hatten, die beiden mit der heftigen Strömung unter den Brücken zu sehr zu kämpfen, daß es ihnen nicht glückte, einen in ihrer Nähe auf einen Augenblick wieder austauchenden Knaben zu erreichen. Dieser angebliche städtische Rettungskahn war an der untern Fleischbankstiege an einer Kette mit Schloß angehängt, zur Hälfte mit Wasser gefüllt und ohne jegliches Requisit also in einer Verfassung, die seinem Zwecke nur Hohn sprach. Es wäre gewiß angezeigt, wenn einer der ständig an der Fleischbank stationirten Accisaufseher mit der Obhut über diesen Kahn und mit der Führung desselben betraut würde. Wäre es möglich gewesen, nur eine Minute früher diesen Kahn flott zu machen, so hätte die Rettung der beiden Knaben und mit Hilfe eines Seiles auch die des Fuhrwerks leicht bewerkstelligt werden können.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. August 1870, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2538-tragisches-unglueck-am-inn-holzfahrniann-und-seine-kinder-ertrunken-1870).
(Erfroren.) Am Donnerstag wurde in der Nähe von Windcck oberhalb Tulfes der Knecht des genannten Hofes erfroren aufgefunden. Derselbe hatte einen Schlitten nach Windeck hinauf zu ziehen und dürfte wahrscheinlich, während …
(Verunglückt.) In Landeck ist vorige Woche der einzige Sohn des dortigen Apothekers Mall beim Baden im Inn ertrunken und wurde seine Leiche bei Hatting aus dem Wasser gezogen. …
(Ungliicksfälle.) Montag Morgens verunglückte in Aschau bei Fügen ein junger Banernbursche von dort, welcher mit einem andern mittelst eines Kahnes über den Z ' ller setzen wollte Der von unkundiger Hand geleitete Kahn s …
(Erdabrutschungen) am Kalvarienberge in Imst verschütteten in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli zwei Häuser, wobei 4 Personen todt blieben und 2 verwundet wurden. t: 10 M. «n K» * » U» 11 » iis 1SK. …
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