Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
138MAL ZEHN GULDEN AUF EINER NOTE

Ankunft einer neuen Banknote mit symbolischer Ausstattung in Innsbruck

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 17. Oktober 1855 · Seite 3 · #Banknoten und Münzen
1329 die sich wesentlich von andern Papiergattungen unterscheidet. Das Papier jeder Note enthält an verschiedenen Stellen dunkle Wasserzeichen. Ganz eigenthümlich ist das netzförmige Wasserzeichen von vielen regelmäßigen lichten und dunklen Punkten, welche an allen Stellen der Note, wo sich die dunklen Wasserzeichen nicht befinden, deutlich wahrzunehmen sind. — Die Farbe des Druckes ist schwarz. Der oberste Stempel in der Mitte zeigt ein weibliches, mit der Mauerkrone und einem Lorbecrkranze geziertes Brustbild, die Austria, umgeben von Schwert und Scepter, die von Lorbeerzweigen und Epheu umschlungen sind. Unmittelbar hierunter befindet sich die Tertschrift auf einem dunklen Grunde, der durch die 138mal wiederholten Worte: „ Zehn Gulden" in englischen Latein - Buchstaben gebildet ist. Durch die Gleichheit der Buchstaben und die regelmäßige Eintheilung der Worte wird ein ganz eigenthnmlicher Grundton erzielt, auf dem die Tertschrift gedruckt ist. Unter der Tertschrift ist ein doppelter Adler ersichtlich, umgeben von den Emblemen der Künste und Wissenschaften, des Handels, Gewcrbefleißes, Ackerbaues und der Schifffahrt. Diese symbolische Darstellung wird begrenzt von Arabesken, durch welche ein mit dem Wahlspruche „Viribus unitis " versehenes Baud gezogen ist. Zu jeder der beiden Seiten der Note erscheinen drei verschiedene, durch ornamentale Darstellungen in Verbindung gebrachte Stempel. Der mittlere ovale Stempel zeigt rechts in numismatischer Gravirung einen Schild mit dem Brustbilde der Minerva. Dasselbe Brustbild befindet sich auch auf der linken Seite, jedoch in entgegengesetzter Richtung. Die ober dem Brustbilde der Minerva befindlichen guillochirten Stempel enthalten die arabische Zahl 10 weiß mit Schlagschatten. Diese Stempel haben eine Randeinfassung, in welcher das aus Lapidar - Buchstaben bestehende Wort: » Zehn " achtmal weiß in schwarzem Grunde ersichtlich ist. Unmittelbar unter den Köpfen der Minerva sind weiße, viereckige Felder, auf Ornamenten ruhend, bemerkbar, in deren einem die Serie, in deren anderem die Nummer erscheint. Unter diesen lichten Feldern sind von Arabesken umgeben guillochirte Einfassungen. Jene zur linken Seite enthält in kleiner Schrift den 8. 48 der Bank - Statuten, die zur rechten enthält den Nennwerth der Note in zehn Sprachen von Kronländern des österreichischen Kaiserstaates. Angekommene in Innsbruck. Den 17. Okt. Christofer, britt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. Oktober 1855, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/255-ankunft-einer-neuen-banknote-mit-symbolischer-ausstattung-in-1855).

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