Ankunft in Innsbruck, gerade noch recht, bevor ein tüchtiger Regen losbrack. Um 6 Uhr fand das Diner statt. Bei dem von der Liedertafel im National Theater veranstalteten Konzerte erschien der Kaiser schon gleich beim Beginn und verweilte über eine Stunde. Der Regen hatte am Abend wiederaufgehört und der Sonntag, der Tag des Festschießens und Volksfestes, zeigte wieder einen schönen blauen Himmel. Mit den beiden Postzügen von Unterinnthal und von Süden, welche letzterer eine Verspätung von 3/4 Stunden erlitt, kamen eine ungeheure Masse Leute herbei, darunter auch in schmucker Nationaltracht die Musikbande von Steinach, welche mit klingendem Spiel vom Bahnhofe her in die Stadt zog. Um Mittag sammelte sich eine große Menge Zuschauer beim Landeshauptschießstande, der festlich geziert war. Am Eingänge war eine mit grünem Tannenreisig bekleidete, mit Fahnen, Wappen und Scheiben dekorirte Ehrenpforte errichtet und große Flaggenbäume umgaben den Platz vor dem Schießstandsgebäude. In der dekorirten Halle fiel vor Allem das von Frau Knittel - Stainer in Oel gemalte lebensgroße Bildniß des Kaisers in Waidmannstracht in die Augen, das im Mittelerker, wo die Beste aufgehängt waren, sich befindet. Um 12 Uhr kam Se. Majestät in blanker Jäger - Oberstens - Uniform mit seiner Begleitung angefahren, die Schießstands - Kanonen gaben die Salven und die am Platze postirten Musikbanden von Erzh. Rainer, Willen und Mc. trei stimmten die Volkshymne an. Am Schießstands - Portale empfing die Schießstands- Vorstehung den Kaiser und der Oberschützenmeister Dr. Schönherr hielt eine Ansprache, am Schlüsse ein Hoch auf Se. Majestät ausbringend, in das die zahlreich versammelte Volksmenge einstimmte. Hierauf eröffnete der Kaiser das Schießen und verweilte dann eine Stunde am Schießstande. Von hier weg fuhr er nach Mitten auf den dortigen Schießstand, wo ebenfalls ein Freischießen stattfindet. Mittlerweile strömten bereits die Bewohner Innsbrucks und die in Massen herbeigekommenen Leute aus der nahen und fernen Umgebung auf den Prügelbau, wo Nachmittag das Volksfest abgehalten wurde. Unstreitig ist dies gestern viel besser ausgefallen, als das im Jahre 1863 auf dem Hirschanger stattgefundene. Die verschiedenen Spiele fanden rege Thecknahme, und insbesondere erfreute sich die originelle Menagerie des Herrn Giuseppe Bartinghero eines zahlreichen Besuches. Der Kaiser erschien um 2 Uhr und bewegte sich 3/4 Stunden lang unter der Volksmenge. Um 3 Uhr begann das hier als öffentliches Spiel ganz neue Tombola, welches die Aufmerksamkeit Wl Sal Mü Br
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. April 1871, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2621-kaiserlicher-besuch-in-innsbruck-bei-festschiessen-und-volksfest-1871).
(Die Ankunft des Kaisers.) Festlich hatte sich die Landeshauptstadt Tirols zum Empfange des Monarchen, der mitten im Winter, zum Besuche erschien, hergerichtet. Ueberall beflaggte und dekorüte Häuser. Auf dem Wege vom Ba …
20 eröffneten. Unter den 6 Schüssen, welche Se Majestät machte, war auch ein Schwarzschuß. Eine besondere U berrasch ng war Sr. Majestät Vorbehalten, denn als die Schube, auf welche Er geschossen hatte, hereingebracht un …
Ein großes nationales Fest wird heute Abends die Schützen und Jäger Tirol? in den Räumen des Redoutengebäudes vereinen. Viele Tage der Mühe und Arbeit sind vorübergegangen, um die Säle auszuschmücken, daß sie würdig werd …
(Zur Kaiserreise.) Auf der Reise des Kaisers von Bozen hieher waren auf mehreren Bahnstationen Schützen - Kompagnien aufgestellt. Am Bahnhofe zu Patsch präsentirte sich eine Kompagnie dekorirter Stubaier Schützen. Der Ka …
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