Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SELBSTMORD MIT KÜCHENMESSER UND LETZTEN SEUFSZERN

Schrecklicher Selbstmordversuch einer Dienstmagd in Hopfgarken

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 28. Mai 1872 · Seite 4 · #Spektakuläre Selbstmorde
(Einen gräßlichen Selbstmord - Versuch) hat am Mittwoch in Hopfgarken eine 26jährige Dienstmagd, die schon seit Langem an tiefer Sckwermuth litt, gemacht, indem sie sich mit einem großen Stein ein starkes Küchenmesser in Mitten der Stirne und in gerader Richtung durch Stirn, Bein und Gehirn 3 Zoll tief hineinschlug, nachdem sie sich noch früher 20 Stichwunden in der Stirnhaut beigebracht hatte. Vormittags war die Magd vermißt worden, ober Abends fand man sie zufällig in einem verschlossenen Gewölbe in ihrem Blute auf der Brust liegend und bei Bewußtsein, den Kopf theilweise auf daS Messer gestützt, das mit ziemlicher Anstrengung aus der Wunde gezogen werden mußte. Am Boden lagen einige Papierzettcl, auf die sie Tag « vorher mit Bleistift ihre letzten Seufzer geschrieben hatte. Der Zustand der Unglücklichen ist den Umständen gemäß. Trotz eingetretener Gehirn - Entzündung kehrt das Bewußtsein zeitweilig zurück.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. Mai 1872, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2877-schrecklicher-selbstmordversuch-einer-dienstmagd-in-hopfgarken-1872).

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