Meyer an den Bürgermeister die Anfrage gestellt, ob der städtischen Behörde das Gerücht bekannt sei, daß in jüngster Zeit wieder Novizinnen im Kloster aus dem Hirschanger ausgenommen worden seien. Herr Bürgernieister sagte in Beantwortung dieser Interpellation, daß ihm vor etwa 3 Wochen ein anonymes Schreiben zugekommen sei, in welchem ihm mitgetheilt wurde, daß die Entführung eines Mädchens aus reichem Hause in das Kloster beabsichtigt werde Er habe in Folge dessen ein wachsames Auge auf dieses mysteriöse Haus gehabt, und daß ferner vor etwa 14 Tagen ein Bauermädchen von Wiesing, die in das Kloster aufgenonnneu werden wollte, von Frl. v. Angelini zu ihn, gewiesen worden sei, um sich eine schriftliche Erlaubniß zur Aufnahme zu erbitten. In Folge dessen habe er den städt. Polizeikommissär in das Kloster abgeordnet, um von Frl. v. Angelini Aufklärungen zu erhalten. Dieselbe sagte dem Herrn Komniissär, sie habe diese Person nur deßhalb zum Bürgermeister geschick, weil sie sie nicht aufnehnien wolle und sie auf diese Weise los zu werden hoffte. Voni Kommissär auf das Statthaltern - Dekret von, 25. Juli d. Js., mittelst welchem ihr die Aufnahme von Novizinnen verboten wurde, aufmerksam gemacht, erwiderte sie, das berühre sie nicht, und berief sich ans ein angebliches a. h. Handschreiben, nach reichem sie in ihrem Hanse schalten und walten könne, wie es ihr beliebe und aufnehnien könne, wen sie ivolle. — Der Bürgermeister bemerkte schließlich, er werde unter Beischluß sämmtliclier Akten hierüber Bericht an die hohe k. k. Statthalterei erstatten. — Herr M. Meyer beantragt die Verlesung der aus diesem Anlaß aufgenommenen Akten. Da die Akten nicht zur Hand waren, ließ der Bürgernieister dieselben holen. Unterdessen interpellirte Herr Payr über das Schicksal des Rekurses, der im verflossenen Sommer vom Bürgermeister wegen der an fremde Nonnen ertheilten Sanimelbewilligung an das hohe Ministerium gerichtet wurde. Der Herr Bürgernieister beantwortete diese Anfrage dahin, daß derselbe auffallenderweise bis jetzt noch keine Erledigung gefunden habe. — Nachdem ferner noch der erste Gegenstand der Tagesordnung, worüber wir in der nächsten Nummer Bericht erstatten werden, erledigt worden war, schritt der Herr Bürgermeister zur gewünschten Verlesung der Akten in Betreff des Klosters auf dem Hirschanger, und zwar das erwähnte anonyme Schreiben und das in Folge dessen mit C. T ' * * * aufgenommene Protokoll: Geehrter Herr Bürgermeister! Ungeachtet Ihres Verbotes werden im Kloster am Hirschanger doch Novizinnen ausgenommen. Eben jetzt soll ein sehr reiches Fräulein ihren Angehörigen entführt werden, welche die Frau B * * * gut kennt. Diese soll Hinreisen und das Fräulein bringen. Fragen Sie nur die B * * *, sie wird es Ihnen Wohl sagen, sie wohnt (folgt die Bezeichnung der Wohnung) Mehr kann ich Ihnen nicht mittheilen. Mit Achtung eine gutgesinnte Jnnsbruckerin. Soeben erfahre ich, daß die Frau B * * * von der Oberin das Reisegeld erhalten hat und selbe bald abreisen wird. Lassen Sie die B * * * rufen und sprechen Sie mit ihr, ehe wieder eine Familie in Jammer versetzt wird.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. Dezember 1872, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3008-kloster-hirschanger-anonyme-warnung-vor-entfuehrung-einer-reichen-1872).
(Der Inn) war während der letzten Kälte außerhalb Kufstein so gefroren, daß ein großer Theil der Bewohner von Ebbs, Oberndorf und der Schanze darüberhin nach Kiefersfelden ging, um dort — dem altkatholischen Gottesdienst …
Zur Tagesgefchichte. Oesterreich. Der, wie gestern telegraphisch gemeldet wurde, am Montag im Abgeordnetenhause eingebrachte Antrag, betreffend die Regelung der Ver« hältniffe der Altkatholiken, war Tags vorher im Klub d …
(Die Salvatorkirche in Hall,) die bekanntlich am 20. Okt. v. I. abbrannte, wird heuer nach einem vom Architekten Vonstadl entworfenen Plane wieder aufgebaut. Die Kirche wird ( unter Benützung der unbeschädigt gebliebenen …
(Vermehrung der Klöster.) Während es in Oesterreich ( ohne Ungarn) im Jahre 1860 nur 651 Klöster gab, ist ihre Anzahl im Jahre 1870 schon auf 767 gestiegen. Die Zahl der Nonnen ist von 4349 im Jahre 1860 auf 6000 im Jahr …
Medieninhaber und Herausgeber:
Fontes – Digitale Quelleneditionen zur Geschichte Tirols
[Name / Institution eintragen]
[Straße, PLZ Ort, Österreich]
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.