Die Kindergarten sind ein Gegenstand von Angriffen auf der Kanzel und in den sogenannten gutgesinnten Blättern geworden. In Hall wurde gegen dieselben gepredigt, in dm „ Neuen Tiroler Stimmen " wurde ihnen vorgestern in einem Berichte von dort nicht zum ersten Male der Vorwurf der „grundsätzlichen Religionslosigkeit" gemacht. Sich selbst widersprechend, bringt das Blatt in derselben Nunn er in einer Beschreibung des hiesigen Kindergartens folgendes Berschen, das die Kinder in demselben gelernt haben: Alle Jahre wieder Geht auf allm Wegen Kommt das Christuökind, Mit uns ein und aus; Auf die E de nieder, Ist auch mir zur Seite Wo wir Menschen sind; Slill und unerkannt. Kehrt mit seinem Segen Daß es mich treulich leite Ein in jedes Haus, An der lieben Hand. Die letzten 4 Zeilen sind zwar dem Berichterstatter der „ Stimmen " in der Feder geblieben, straft aber dieses von den „ Stimmen " citirte Gedichtchen nicht die Behauptung der „ grundsätzlichen Religionslosigkeit " der Kindergärten geradezu Lügen! — Uebrigens wird jeden Tag der Kindergarten mit einem Gebete begonnen, das die Kleinen recht artig und mit gutem Verständniß sprechen od. w singen. Warum hat denn das der Reporter d r „ Stimmen " verschwiegen? Sind Verse wie die folgenden, die sich die Kinder nebst anderen ähnlichen Inhaltes in erstaunlich kurzer Zeit zu eigen gemacht haben „religionslos "? als: Tbu Dich auf Du kleiner Mund „Die Aeuglein Hab ich aufgethan, Blickt gleich Jbr Aeuglein bimmelan Und strahlet Dank im beiiern Bl ' ck, Dem lieben Gott für neues Glück! Ihr Händchen reget munter Eu n, Und fallet zum Gebet Euch gleich! oder: Uno nrache Gottes Liebe kund! Du kleiner, schwacher Geist m mir, Erwähle zum Gedanken Dir Den lieben Gort, der in der Nacht So liebevoll sein Kind bewacht. " „Freudig sehen wir uns wieder, Väterlich bleibe Dein Walten: Und es tönen die Luder Preis Tir durch Liebe Dir, o Vater, zum Dank, Durch Spiel und Gesang! " Treu hast uns erhalten. Was verlangen denn die frommen Gegner der Kindergärten in konfessioneller und religiöser Beziehung von Kindern von 3 — 6 Jahren, sollen sie vielleicht dogmatische Contt oversen f hren, sollen ihnen, so zartem Alter, unverständliche Gebeisformeln eingeleiert werden, oder soll gar in das kindliche Gemüth jenes muffige Pietistenwesen eingepflanzt werden, in dessen Schalten da n einst jener moderne Pharisäismus so herrlich gedeiht der sich darüber aufhält, daß Knaben und Mädchen von 3 — 6 Jahren neben einander sitzen und mit einander spielen, dem nicht einmal mehr die Kinder - Seele rein ist, wie man
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Dezember 1872, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3014-religioese-gedichte-in-kindergaerten-widerlegen-vorwurf-der-1872).
(Zur Nachricht.) ES wird hiemit bekannt gegeben, daß Adolf Hewer (wohnhaft Haus - Nro. 513) als Leichenwärter, und Elise Nava ( wohnhaft Haus - Nro. 436) als Leichenwärterin für den Bezirk der St. …
[43 welche so häufig in der gerichtlichen Veterinär - Erpertise zu konstatiren ist, weil bis dahin so wenig feste Anhalte für eine genügende Diagnose dieser Krankheit durch das Oeffnen der Thiere gewonnen werden konnten. …
(Kompostdiinger.) Zur Durchführung de « für die hiesige Siadt gewählten Systems, behufs Reinigung der Kloaken ist die Anlage einer festen Beiriebsstätte für Kompostdünger - Bereitung nothwendig und wurde vom städt. Bauam …
(Milzbrand nnter den Schweinen.) Der hiesige Stadtmagistrat erläßt unterm 18. d. MtS. folgende Kundmachung: „ Da in mehreren Gemeinden des Gerichtsbezirkes Innsbruck und Telfs unter den Schweinen der Milzbrand ausgebroch …
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