525 Zur Beherzigung bei Grziehuug der Töchter. Wie mancher Mutter klopft das Herz über die Zukunft, und Zweifel quälen sie, wozu sie ihre Tochter erziehen soll; denn das Geschick der Tochter ist nicht in ihre Hand gegeben, es ist dem Zufalle verfallen. Töchter vornehmer Beamten, reicher Banquiers sah man nach dem Tode oder Bankerott des Vaters Dienstmägde werden, und im Gegensatz Dienstmägde zu gnädigen Frauen avanciren. Für welchen Stand nun soll das Mädchen gebildet werden, was soll sie treiben, was lernen, damit sie vorbereitet sei für eine Zukunft, welche Glück und Unglück fürs ganze Leben in ihrem Schooße birgt? Eines, ihr Mütter, ist wahrscheinlich, das Andere gewiß. Wahrscheinlich ist, daß eure Töchter heiraten, gewiß ist, daß sie sterben. Erzieht sie daher für die Ehe und für den Tod! Wen eure Töchter heiraten, daS wißt ihr nicht; daß sie aber heiraten, das wünscht ihr mit Recht, denn acht Neuntel der Töchter heiraten, und es ist demnach höchst wahrscheinlich, daß eure Töchter nicht zum letzten unseligen Neuntel der Sitzenbleibenden gehören; sorget also, daß, wen sie auch heiraten, die Ehe glücklich sei, wenigstens nicht unglücklich durch euer Verschulden. Gewöhnet die Tochter von Kindheit an zur Einfachheit. Kann der künftige Gatte ihr einst viel gewähren, wird ihre Freude um so größer sein; kann er es nicht, so wird die Entbehrung minder schmerzlich werden. Haltet sie an zur Häuslichkeit. Lehret sie zeitig den Werth des Geldes kennen, damit sie sparsam sei; auch der Arme wird reich durch eine sparsame Frau, auch der Reichste würde arm durch eine verschwenderische. Gewöhnet die Töchter zeitig an Selbstbeherrschung und an Heiterkeit. Heiterkeit thut der Gattin noth, denn selbst in der glücklichen Ehe gibt es kleine Stürme, welche die Gattin beschwören, Sorgen des Mannes, welche sie verscheuchen muß; mehr noch aber ist ihr Heiterkeit nöthig als Mutter; nur die heitere Mutter ist eine gute Mutter, nur die heitere Erziehung ist segensreich. Lasset sie lernen, was sie in der Ehe braucht: Lesen, Schreiben, Rechnen und was zum Hauswesen gehört, und wenn sie das recht inne hat, dann laßt sie lernen was ihr wollt. Glaubt nicht, daß ihr mit allen Lehrmeistern der Welt eure Töchter dahin bringen werdet, gebildeter zu sein, als ihr selbst seid oder die Menschen, mit welchen sie umgehen; denn jede Bildung, die uns nicht über unfern Stand, aber über unsere Umgebung hinausführt, ist eine Verbildung, nicht Erziehung, aber Verzerrung. Deßhalb haben wir so viele Mamsellen, die aber weder Hausfrau noch Dame werden können, denn zur Hausfrau fehlt ihnen die Häuslichkeit, wie zur Dame die Feinheit. Wen die Tochter dereinst heiratet, daß wißt ihr Mütter nicht, aber wer es auch sei, Staatsmann oder Arbeitsmann: ihr habt ihm keine gute Frau erzogen, wenn ihr sie zur Madame erzogen habt. Wehe euch, die ihr wußtet, daß das ganze Leben des Weibes eine Kette von Entsagungen ist, und der Tochter die Kraft und Freudigkeit, diese Entsagungen muthig zu ertragen, durch die Erziehung nicht erworben habt!
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. April 1856, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/316-zur-erziehung-der-toechter-fuer-die-ehe-und-das-haeusliche-leben-1856).
Da UM heil. 3 König die Weihnachtskrippen ihren vollen Glanz entfalten, so beeilen wir uns, die liebe Jugend unserem Versprechen gemäß auch heute darauf aufmerksam zu machen, daß die Weihnachtskrippen der beiden Herren B …
Märkte künftiger Woche: Am 28. April in Ebbs und Schwa;; am 29. in Briren, Sterzing und Villanders; am 30. in Nikolsdorf und Zell am Ziller. Am 2. Mai in Bludenz, Bozen, Lienz, Cles, Langkampfen, Hopfgarcen, Matrei, Salu …
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