Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WASSERFREIHEIT FÜR INNSBRUCK

Vorschlag zur Vereinheitlichung der Wasserversorgung und Verwertung von Wasser für kleine Motoren

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 14. Oktober 1873 · Seite 4 · #Trinkwasserversorgung
Derselbe erstattete hierauf Bericht über die Wasserver sorgung Innsbrucks. Bisher war die Wasserversorgung zwischen dem Aerar und der Stadt getheilt, was nicht nur ein doppeltes und komplizirtes Netz von Brunnenleitungen in der Stadt, sondern auch erhöhte Kosten zur Folge habe. DieStadtware geneigt, gegenUeberlassung de « sich auf beiläufig 30. 000 fl. belaufenden ärarischen Brunnenfondes die Wasserversorgung der Stadt allein zu übernehmen, wodurch ein einheitliches System in der Anlage der Brunnen leitungen ermöglicht werde. Die Begehung der Umgebung von Innsbruck durch dis betreffende städtische Kommission habe die Thatsache festgestellt, daß noch bei 300 Brunnen gespeist werden können. — Gemeinde - Rath Schumacher beantragte, es sei in Verbindung mit der Wasserversorgung, die Frage von einer Kommission von Fachmänner zu studiren, ob es nicht möglich ist, aus einer Höhe bei Innsbruck genügend Wasser in einem Bassin zu sammeln, das durch seinen natürlichen Druck, in bestimmten kleinen Theilen, gegen eine Ent schädigung an Gewerbtreibende abgegeben, von denselben zum Betriebe kleiner Motoren verwendet werden kann. In Zürich werde, so viel ihm bekannt, das Wasser der Limmath, sogar in die Höhe gepumpt um auf diese Weise verwerthet zu werden, und in der Schweiz sei jüngst eine Koncurrenz für die Konstruktion von Motoren, die von so kleinen Wasserquantitäten betrieben werden können ausgeschrieben gewesen, die von günstigem Erfolge war. Der Antragsteller erwartet sonach, wenn die Realisirung dieses Projektes überhaupl hier möglich ist, großen Nutzen daraus für das Kleingewerbe und jene Ge werbtreibenden, die nicht in der Lage sind, große Motoren zu gebrauchen. Der Antrag wurde angenommen. Gemeinde - Rath Payer drückt den Wunsch aus, es möge bei diesem Anlässe auch darauf Rücksicht genommen werden, daß auch in die Stockwerke der Häuser das Wasser hinaufgeleitet werden kann.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 14. Oktober 1873, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3222-vorschlag-zur-vereinheitlichung-der-wasserversorgung-und-verwertung-1873).

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