1810 (Das Leichtnbtgängniß M. Nagiller ' S.) Schon um halb 4 Uhr Nachmittags hatte sich gestern eine zahlreiche Volksmenge vor dem Trauerhause des verstorbenen Musikvereins « Direktors Mathäus Nagiller eingefunden. Leute aller Stände waren in großer Anzahl versammelt, um einem Hochverdienten Manne die letzte Ehre zu erweisen, um seine Leiche hinauszubegleiten zur letzten Ruhestätte. Der Himmel hatte sich mittlerweile mit düsteren Gewitterwolken umzogen, gleichsam als zürne er dem Schicksale, das einen der besten und verdienstvollsten Menschen zu früh für die Seinigen, zu früh für das tüchtige Institut, dessen Leiter er jahrelang gewesen, schonungslos dahinraffte. Schlag vier Uhr ward der Leichnam vom Paradebette gehoben und verließ unter den traurig ernsten Tönen des Miserere, das die dankbaren Schüler des Verblichenen mit ergreifender Schönheit sangen, das von einer unzähligen Menschenschaar umringte Trauerhaus. Es war ein imposanter Zug, wie wir ihn nur selten zu sehen Gelegenheit hatten, der fick langsam und feierlich durch die Stiaßen unserer Stadt bewegte. Eine starke Abtheilung der Kapelle des Regimentes Maroicic ging vor dem Sarge, dem der hochw. Herr Dechant v. Leiß mit den Pfarrgeisrlichen das kirchliche Geleite gaben. Der Sarg selbst war mit vielen frischen Blumen und Lo > bee > kränzen vollständig überdeckt, von denen lange Schleiefn berabhingen, die Worte der Widmung und des warmen Dankes gegen den Verstorbenen zur Schau trugen. Wir erwähnen hier nur des „ vom dankbaren Musikvereine seinem unvergeßliche,- Direktor " gewidmeten Kranzes und der Kränze, die von den Liedertafeln Innsbrucks, Kufsteins und Brixens, von seinen Schülerinnen dem edlen Verstorbenen auf den Sarg gelegt wurden. Hinter ibm her aber zogen in langer, aber fast endloser Reihe die Leidtragenden: hohe Beamte aller Branchen. Pio fessoren und Akademiker, die Mitglieder deS Musikvereines, dessen Präsident, und die Liedertafel, dessen Ehrenmitglied der Verewigte gewesen der Bürgermeister und die Gemeinderäthe, Geistliche, Lehrer, Studenten und überaus viele Repräsentanten des Bürgerthums und der arbeitenden Bevölkerung. Ibnen »ach zog eine lange Schaar andächtiger Frauen und beinahe vollzählig die hier befindlichen jugendlichen Schülerinnen Nagiller ' S. Jndeß war ein orkanartiger Sturmwind eingetreten, der. vom Jnnrain gegen die Stadt zu riesige Staubwolken wälzte und einen mit rafck wechselnder Jntensivität niedergehenden Gewitterregen im Gefolge hatte. Die Mitglieder der Liedertafel und deö Musikvereines waren deßhalb gezwungen, in den Räumen der Johanneskirche vor dem
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. Juli 1874, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3362-trauerzug-fuer-den-verstorbenen-musikvereinsdirektor-mathaeus-1874).
(Sterbfall.) In Schwaz ist in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag der Kämmerer und k. k. Hauptmann a. D. und Ehrenritter des Malthes r Ordens, Rudolf Graf Enzenberg zu Frehen und JöchelSthurm, im 38' Lebensjahre gestor …
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