Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ARLBERGBAHN OHNE STUNDE

Aussprache über die Arlbergbahnfrage in Feldkirch durch Reichsratsabgeordneten Ganahl

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 21. August 1874 · Seite 4 · #Arlbergbahn
(Zur Arlbergbahu - Frage.) Es dürfte von allgemeinerem Interesse sein, so wie es zu einer speziellen Existenzfrage des Landes Vorarlberg gehört, die markantesten Stellen bezüglich der rlbergbahn - Frage aus jener Rede des ReichSrathsabgeordneten Ganahl hervorzuheben, welche er in der Hauptversammlung des Vereines der Berfaffungsfreunde zu Feldkirch gehalten hat. Er sagte u. A.: In diesem Jahre sei nicht bloS vom Vereine selbst eine Petition um Erbauung der Arlbergbahn an daS Abgeordnetenhaus gerichtet, sondern gleichartige Petitionen von den Städten und allen angeseheneren Orten Bor arlbergS abgeschickt und durch ihn im Reichsrathe überreicht worden. Diese auf Anregung des Vereines der Verfassungsfreunde zu Stande gekommenen, von schwerer Besorgniß für die wirtschaftliche Zukunft des Heimatslandes diktirten Petitionen sollten nebstbei einen Gegendruck bilden gegen die unverantwortliche Haltung des Vorarlberger Landtages, respektive dessen Majorität, welche sich geweigert hat, in dieser Angelegenheit eine Petition an daS von ihr perhorrescirte Abgeordnetenhaus des Reichsrathes zu richten. Obige Petitionen, über welche in xlono nicht verhandelt werden konnte, seien in wohlwollender Weise an die Regierung zur eingehendsten Würdigung abgetreten worden. Die Arlbergbahn - Frage sei in den letzten Monaten ihrer Lösung nicht nähergerückt; die sämmtlichen mit Ganahl befreundeten Abgeordneten theilten die Ueberzeugung, daß eS Sache der Regierung sein müsse, eine neuerliche Vorlage einzubringen. Maßgebende Aeußerungen haben auch gezeigt, daß man im Ministerium die Erbauung der fraglichen Bahn für unbedingt nothwendig halte. Unter den Vorlagen aber, welche bezüglich des Nothstands - Anlehens zur Förderung des Eisenbahnbaues eingebracht wurden, haben sich jene für den Arlbergbahnbau nicht befunden, wohl aber habe er mit 56 Genossen eine d iesfällige Interpellation am 12. März d. I. an den Handelsminister gerichtet, worauf aber noch keine Antwort erfolgt sei. Die Haltung der Vorarlberger I andtags - Majorität könne aber der Sache selbst nicht schaden, da die Mehrheit Eisei vom 2 I.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. August 1874, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3382-aussprache-ueber-die-arlbergbahnfrage-in-feldkirch-durch-1874).

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