Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ZUCHTSTIERE MIT NEUEN REGELN

Berathungen über Hebung der Rindviehzucht im Landesausschuffe

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 10. Oktober 1874 · Seite 4 · #Tierzucht
Petzer erstattet nun den Bericht des Gemeinde - Comitö ' s über die Regierungsvorlage, betreffend die Hebung der Rtudviehzucht. Der Antrag geht dahin, der Landesausschuß solle: 1) Vorerhebungen pflegen bei den landwirthschaftlichen Bezirksvereinen über allfällige Abänderungen der Vorlage und über die Haltung der Zuchtstiere, dann eine Kommission bestellen, die die Gesetzesvorlage zu berathen hat, dem nächsten Landtage sohin daS Elaborat vorlegen und auch beim LandeSausschuffe in Graz anfragen, was für einen Erfolg das dort bereits feit 1869 bestehende gleiche Gesetz Hit. 2) sich an die Regierung wegen alsbaldiger Aufstellung von landesfürstlichen Bezirks - Thierärzten wenden und 3) beim Ackerbauministerium einschreiten, daß die Herabsetzung des Salz« Preises und die Errichtung von ärarischen Salzverschleiß. Magazinen in den verschiedenen Landestheilen, wo das Salz um den zu Hall bestehenden Limits« preis bezogen werden kann, möglichst bald erfolge. In der Generaldebatte sprechen nun der als Negierungsvertreter anwesende Landesthierarzt Sperk, welcher die sofortige Berathung und Annahme der Vorlage in längerer Rede empfiehlt und der Berichterstatter, der hingegen die Anträge des Gemeinde - Comitä ' s befürwortet. In der Spezialdebatte zum 1. Anträge schlägt Dr. Duregger vor, wegen Zeitersparniß nur die 4 Centralausschüsse einzuvernehmen. Der Statthalter empfiehlt diese Abänderung, welche jedoch, nachdem das Gemeinde - Comitä nach einer kurzen Besprechung, für welche die Sitzung auf 5 Minuten unterbro hen worden war, sich dagegen ausgesprochen hatte, fallen lelassen und hingegen der Comitsantrag angenommen wurde. — Zum 2. Anträge schlug Dr. Duregger den Zusatz vor, daß auch Erhebungen gepflogen werden sollen, an welchen Orten die Aufstellung von Bezirksthierärzten nothwendig sei. Der Landes« thierarzt bemerkt, daß die Regierung sonst nur an solchen Orten landesfürstliche Thierärzte aufstelle, wo Gefahr der Einschleppung der Rinderpest vorhanden ist, was in Tirol gerade nicht der Fall sei. Jedoch in anderer Beziehung sei diese Aufstellung sehr wünschenswerth. Nachdem noch der Berichterstatter den Zusatzantrag des Dr. Duregger empfohlen hatte, wurde derselbe sowie der Comitsantrag angenommen. — Der 3. Antrag wurde ohne Debatte angenommen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. Oktober 1874, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3405-berathungen-ueber-hebung-der-rindviehzucht-im-landesausschuffe-1874).

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