Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
KEIN BETTENL MEHR IN DER STADT

Erfolgreiche Subscription für den städtischen Armenfonds

(Das Institut der städtischen Armenpflege.) Die auch in diesem Jahre durchgelührte Subscription freiwilliger Beiträge für den städt Armer. fond kann mit vollem Rechte wiederum eine erfolgreiche genannt werden. Die eingegangenen Betrag.: haben die erfreuliche Summe von 6247 fl. 50 kr. ergeben. Der auß rordentliche WohlthätigkcitSsinn, den die Bewohner der Landeshauptstadt fast ausra mSlos in grcßmüthigster Weise bethätigen, vcrdier. t gewiß die größte Anerkennung. Dieselben beweisen dadurch, daß sie sich mit den magistratlichen Maßnahmen in vollem Einklang? b finden; sie unter stützen dadurch zugleich die Armendirektion, welche im Vereine mit den behördlich - » Organen eisrigst bestrebt ist, das demoralisirende Bettelwesen vollkommen zu beseitigen, auf die wirksamste Weise, indem sie derselben einerseits namhafte Geldbeträge zukommen lasten, andererseits aber die zudringlichen Bettler eutschieden von der Thüre weisen und dieselben noch zur Anzeige bringen. Wir glauben zur Ehre der Landeshauptstadt besonders erwähnen zu wüsten, daß im Bereiche der administrativen Wirksamkeit unsircs Magistrates der Unfug des Gassen und Häuserbettels, der Jedermann Tag für Tag eine wahre Last war, von Jahr zu Jahr sich vermindert uud j tzt beinahe aufgehört hat. DaS Institut der städtischen Armenpflege erweist sich unter Beihülfe der reichen Gaben der Einwohnerschaft Innsbruck ' « als das wirksamste Mittel zur Abstellung dieses Uebelstandes, der mit Recht schon lerge allgemein gerügt wurde. Die durch den Erfolg bewährten guten Wirkungen werden ober nur dann nachhaltig sein, wenn durch fortwährend rege Theilnohme der Bürger, durch ihr vereintes Zusammenwirken dem Institute jene geistigen und materiellen Kräfte und Mittel zugeführt werden, welche zum Gedeihen de « Instituts der Armenpfleoe so u ' umgänglich nöthig find, und durch welche die Armendirektion in den Stand versetzt wird, ihre so schwierige Ausgabe nack allen Seiten befriedigend nt lösen und allen billigen Anforderungen, welche an sie gestellt werden, gerecht zu werden. Damit aber die Armerdirektion wahrhaft gernemrützige Erfolge erzielen tonn, wäre es stvr wünschenewerth, wenn jämmtiiche Privatwohlthätigkeitevereine der Stadt, welche sich auch der freiwilligen Armenpflege in der Stadt mit großer Umsicht, mit großem Opfermutve und großem Erfolge widmen, sich mit derselben in ein engeres, ja in das ingste Einvernehmen setzen würben, wodurch auch ihnen es ermöglicht werden dürfte, noch größere und wahrhaft gemeiurützigere Er-
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 27. Oktober 1877, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3829-erfolgreiche-subscription-fuer-den-staedtischen-armenfonds-1877).

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