Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
HALBJÄHRLICH MEHR ZINSEN

Neuordnung der Zinsverrechnung in der Innsbrucker Stadtsparkasse

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 31. Dezember 1877 · Seite 13 · #Sparkasse
38 3 eine raschere Abfertigung der Partheien. Ein Sparkassebüchel verliert man auch nicht so leicht wie einen Schein. V. Bisher wurden die Zinsen der Einlagen ganzjährig am Schluffe eioes Jahres zum Kapitale geschlagen. Von nun an werden dagegen die Zinse der Einlagen halbjährig mit Ende Juni und Ende Dezember jeden Jahres berechnet, vorgeschrieben und kapitalisirt. Der Einleger genießt sohin im zweiten Semester schon die Zinseszinsen von den mit Ende Juni kapitalisirten Interessen aus dem ersten Semester. Aus dieser Verrechnungsweise ergibt sich aber auch, daß jeder erhobene Theilbetrag lediglich nur als eine Abschlagszahlung des betreffenden Guthabens sammt Zins und Zinseszins verbucht und in das Sparkassebüchel eingetragen wird. Folgendes Beispiel soll dies erläutern: Legt Jemand am 1. März 1878 einen Betrag von 4000 fl. — kr. in die Sparkasse, so wird ihm schon am 1. Juli 1878 der vom 1. März bis 30 Juni1878 entfallende 4 % 3tn § mit 53 fl. 33 kr. sohin ein Guthaben von. 4053 fl. 33 kr. vorgeschrieben, welches sich am 1. Jänner 1879 mit Hinzurechnung der vom 1. Juli bis Ende Dezember 1878 entfallenden 4 ° / 0 Interessen von dem obigen Betrag 4053 fl. 33 kr. per. 81 fl. 6 kr. auf. 4134 fl. 39 kr. erhöht. Will nun der Einleger am I. März 1879, sohin ein Jahr nach seiner Einlage per 4000 fl. einen dem 4 % Jahreszinse derselben gleichkommenden Betrag von 160 fl. erheben, so wird derselbe lediglich von dem Guthaben per 4134 fl. 39 kr. abgeschrieben. Die dem Einleger noch weiters gebührenden Interessen von dem mit 1. Jänner 1879 bestehenden Guthaben per 4134 fl. 39 kr. n. z. vom 1. Jänner bis 1. März 1879 per... 27 fl. 56 kr. werden demselben sammt der bis 30. Juni 1879 wieder abreifenden Zinsen gut geschrieben, so daß sich dessen Guthaben am 1. März 1879, also ein Jahr nach der_ Einlage auf. 4161 fl. 95 kr. folglich um 1 fl. 95 kr. höher summirt, als nach der bisherigen Kapitalisirung der Interessen. Innsbruck, 29. Dezember 1877. 3254 Die Direktion der Sparkasse derStadt Innsbruck.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 31. Dezember 1877, S. 13, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3857-neuordnung-der-zinsverrechnung-in-der-innsbrucker-stadtsparkasse-1877).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Handel, Reklame & Statistik“

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |