Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
VON DER NOBELGARDE ZUM PAPST

Graf Mastai verzichtet auf Noble, entschließt sich für den geistlichen Stand

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 9. Februar 1878 · Seite 5 · #Papst
In « Oktober 1809 kam der junge Graf Mastai zur Fortsetzung seiner Studien nach Rom. von wo er in Folge der politischen Wirren im Jahre 1810 wieder nach Sinigaglia zurückkehrte. Nach der Rückkehr Papst Pius VH. aus der Gefangenschaft unter Napoleon I. begab sich auch der Graf Johannes Mastai wieder nach Rom, um seine Studien fortzusetzen. Aus Furcht, wegen seines körperlichen Leidens nie zu den heiligen Weihen zugelassen zu werden, meldete er sich uni diese Zeit zur Aufnahnie in die päpstliche Nobelgarde. Er hatte längere Zeit Anwartschaft darauf, verlor sie aber plötzlich, weil ihn wieder einmal ein Anfall seiner Krankheit auf öffentlicher Straße zu Boden warf. Papst Pius VII. machte ihm selbst die Mittheilung, daß er bei seinen: körperlichen Zustande unmöglich die Aufnahme in die Nobelgarde erlangen könne, tröstete ihn aber und rieth ihm, sich vertrauensvoll an die seligste Jungfrau zu wenden. Von dieser Zeit an fühlte er niehr Beruhigung in seinen: Innern; seine ursprüngliche Neigung zum geistlichen Stande erwachte auf ' s Neue in ihm. Er begab sich zu seinen Eltern nach Sinigaglia und theilte ihnen das Vorgefallene und seinen Entschluß mit, welche ihn vollständig billigten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. Februar 1878, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3877-graf-mastai-verzichtet-auf-noble-entschliesst-sich-fuer-den-1878).

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