Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
PLATZ UND BRUNNEN BELEUCHTET

Vollendung des Rudolfsbrunnens und Ausbau der Rudolfsstraße

3020 mentalen Rudolfsbrunnens ist mit Ende vorigen Monats vollständig gelegt worden. Zur Vervollkommnung der Planirung des weiten freien Platzes bedarf eS nur noch da oder dort einer Nachhilfe von Aufschotterung und einer kleinen Zugabe von Kiessand, welcher dann durch die Eisenwalze niedergepreßt werden muß. Die vier Kandelaber zur entsprechenden Beleuchtung des Brunnens und Platzes werden nicht lange auf sich warten kaffen, da für deren Beischaffung durch die Munifizenz der GaSgesellschaft bereits gesorgt ist. Der Hauser ' sche prachtvolle Neubau, wohl daö schönste und sthlvollste Gebäude in Innsbruck, mit seinem gefälligen Anstriche, ist nun in seiner Außenseite ganz vollendet und selbst daS Trottoir schon gelegt. Durch den Bau deS Bopp ' schen und Hauserscheu HauseS hat die Herstellung der Rudolfsstraße und des MargarethenplatzeS ihren Abschluß gefunden. Auch der Bahnhofplatz hat durch den Ausbau des sehr sthlgemäßen Köhle ' schen Eckhauses vis - L vm dem Bahnhofe sehr viel zu seinem Bortheile gewonnen. Doch bleibt der eine oder andere Wunsch zu erfüllen übrig. Das Trottoir sollte in der Fortsetzung vom Hauser ' schen Hause bis zum Bahnhofplatze die Breite erhalten, welche eS vor dem Hauser ' fchen Hause hat. Nachdem dieser Gebiet von dem Verband der Gemeinde Willen in den deS Magistratsbezirkes der Landeshauptstadt übergegangen ist, dürften der Berbefferung und Verbreiterung des Trottoirs bei freundlichem Entgegenkommen der betreffenden HauSeigenthümer kaum ernste Schwierigkeiten in den Weg tteten. — Beim Rudolfsbrunnen lechzen die vier grausigen Drachengestalten in den Grüften des Unterbaues des Brunnens förmlich nach Waffer. Sie, welche bestimmt sind, je einen Wafferstrahl in das Bassin auSzuspeien, recken durstend die Hälse nach oben und sperren den Rachen auf nach der kühlen, den Labung, welche aus der oberen Schale wie spärlicher Thau aus einem Blumenkelche träufelt. Waffer! — Waffer! — schreien die Ungeheuer zu den Göttern, welche sie mit schöpferischem Geiste ins Dasein gerufen und nun schmachten lassen in der Qual des VerdurstenS. — Der Zugang vom Marktgraben nach dem neuen Stadtviertel zwischen dem Kloster der Ursulinerinnen und dem Spitalgebäude findet jetzt eine Erweiterung, indem der bis jetzt noch stehende Rest der alten Friedhofsmauer sammt den daran angebauten städtischen Baumagazinen abgetragen und weggeräumt werden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 6. Oktober 1879, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4067-vollendung-des-rudolfsbrunnens-und-ausbau-der-rudolfsstrasse-1879).

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BRUNNEN OHNE GRÜN – MIT KANDELABERN UND KOMPROMISS

Beschluss zur Ausschmückung des Rudolfbrunnen-Platzes mit Trottoiren und Kandelabern

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Altbürgeimeister Adam erstattet Bericht über die Vorschläge des Rudolfbrunnen - Komitä ' s in Betreff der Ausschmückung des Platzes um den Brunnen. Das Komitä sei von dem ursprünglichen Plane, den Brunnen mit Rasenanlage …

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