Jänner) ermöglicht w rd. (Aus dem Schwurgerichtssaale.) Am Mittwoch um 9 Uhr Vormittags begann die auf 2 Tage anberaumte Verhandlung wider Georg Kersch er von Vomp, 56 Jahre alt, kath., verehl. Grundpächter, wegen Brandlegung, Betruges u. Diebstahls nach den § 8 166, 167 lit. o, 197, 200, 202; 171 173, strafbar nach den 88 34 und 167 lit. d St. - G. - B. Die Jury ist aus folgenden Herren gebildet: Spötl Alois von Abfam, Weyrer Ferdinand von Mühlau, Pfurtscher Oswald von Angedair, Jörg Josef von Innsbruck, Prantl Franz von Jenbach, Ennemoser Johann von Innsbruck, Fell er Alois von Niederndorf, Spornberger Josef von Schwaz, Pnrner Karl von Heiligkreuz, Attlwahr August von Hall, Kammerl Alois von Hölting, Ktrchebner Johann von Rätters und Ersatzmann Stapf Martin von Imst. Die Anklage behauptet, Georg Kerscher habe die oben angeführten Verbrechen dadurch begangen, daß er a) am 19. Jänner ds. Js. Vormittag den dem k. k. Statthaltereirathe Ferdinand Räter von Reupauer und den Geschwisterten Raggl in Milten gehörigen „ Rechenhos " oberhalb Arzl, auf dem er Pächter war, in der Abficht, daß eine geuersbrui ' st entstehen soll, in Brand steckte, wodurch, da der Brand wirkt ch auszebrochen, für die Verunglückten ein erheblicher Schaden entstanden ist; d) derselbe habe die Versicherungsgesellschaft Noith LritiSh Merkantile in Wien durch die listige Vorspieglung, daß ihm bei dem am 19. Jänner d. Js. stattgefundenen Brande veischiedene Objekte im Werthe von wenigstens 2302 fl. 40 kr. verbrannt seien, während in Wi klichkett nur Objekte im Werthe von höchstens über 700 fl. ein Opfer der Flammen wurden, in einer auf Schaden zufugenden Absicht in Jrrthum geführt und ein Cntschädigungsbetrag von 1963 fl. 40 kr. dadurch erhalten; o) derselbe habe nach dem Brande aus dem Besitze des k. k. Sratthaltereirathes Ritter von Neupauer altes Eisen und Bestandtheile eines Sparherdes im Gesammtwerthe von jedenfalls über 25 fl. ohne besten Einwilligung entzogen und sich zugeeignet. Kerscher behauptet an allen drei ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen vollkommen unschuldig zu sein. Daß es im Hause brenne, habe er erst zwischen 9 und 9 Vs Uhr bemerkt, da er vom Küchenfenster aus bemerkte, daß von der Dachrinne geschmolzener Schnee herabtropfe und ein brennende « Stück Holz herniederfiel. Sofort beorderte er s ine Leute und forderte auch die herbeigekommenen Nachbarn auf, ihm zu Helsen, seine Habe in Sicherheit zu bringen und sich nicht lange mit dem Feuer zu beschäftigen, da dies doch nutzlose Mühe sein dürfte, indem der Brand schon zu weit um sich gegriffen habe. Dieser Aufforderung wurde auch Folge geleistet. Die Ursache res Brandes schreibt Kerscher der schlechten Beschaffenheit der Kamine, namentlich desjenigen des Stubenofens zu. Bezüglich des Betrugsreates sucht er sich damit zu verthei» digen, daß er behauptet, gar keine Ursache gehabt zu haben, denn um sich Geld zu verschaffen, wären ihm ja andere Wege offen gestanden, wie z.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 18. Dezember 1880, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4228-verhandlung-wider-georg-kerscher-wegen-brandlegung-betruges-und-1880).
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(Die Hydranteu - Probe) in der Saggengasse vor dem Schwarz - Adler - Gasthause ging vorgestern Nachmittags mit überraschendem Erfolge vor sich. Außer dem Feuerwehr - Oberkommandanten, Herrn Melzer, welcher die Probe leit …
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