4050 Zeichen des Unglückes für die ganze Umgegend. Der Zugang zum Spörr ' scheu Hause durch das „ Gassl " war bald durch die Flammen gesperrt und aus demselben konnten nur noch von rückwärts einige Habseligkeilen der Bewohner gerettet werden, während die meisten Einrichtungsstücke eine Beute der bald aus dem Dachstuhle und dem obersten Stockwerke hervordringeuden Flammen wurden. Bon dem brennenden Dache des Figgeler - Hauses schlugen die Flammen manchmal über dem Giebel des Neuneh ' schen Hauses hinaus und derselbe hatte selbst schon Feuer gefangen. Nur der Kühnheit und Ausdauer der Mannschaft des zweiten Zuges der Innsbrucker freiwilligen Feuerwehr, die auf dem Dache ganz Ausgezeichnetes, ja geradezu Wunderbares geleistet und die öffentliche Anerkennung und Belobung im vollsten Maße verdient haben, ist es zu danken, dass dieses im Windstriche gelegene Haus nicht ebenfalls ein Raub des entfesselten Elementes wurde, und dann demselben vielleicht im günstigsten Falle erst in der Heiliggeiststraße Einhalt gethan werden konnte. Die Wiltener Feuerwehr hatte beim Ausbruch des Brandes eben ihre Commandantschaft neugewählt. Herr Feuerwehr - Requisiten - Fabrikant Lang, kaum aus der Wahl als Commandant hervorgegangen, musste nun in diesem höchst bedenklichen Ernstfälle das Cvmmando sofort übernehmen. Außer der Wiltener und Innsbrucker freiwilligen Feuerwehr erschienen die von Pradl, Hölting, Mühlau, Amras, Aldrans und die freiwillige und städtische nebst der Salinen - Feuerwehr don Hall. Besonders letztere leistete Ausgezeichnetes. Leider mussten dieselben am Bahnhefe in Hall mehr als eine volle Glockenstunre warten, bis sie endlich nach Innsbruck befördert wurden. Der Grund ihres späten Eintreffen «, es r ar schon 1 Uhr vorüber, war die verzöderte Absendung des Hilfszuges vom hiesigen Bahnhofe, denn cs ist bereits um 11 Uhr um Unterstützung telegraphisch nach Hall angesucht worden. Im ganzen waren 15 Spritzen thätig. Die Löschmannschaft aller dieser Feuerwehren wurden unermüdlich unterstützt von Civil und Militär, das sowohl beim Räumen der Wohnungen, wie auch beim Pumpen rc thatkräftig eingrifs. Auf dem Brandplatze waren die obersten Civil « und Militärautoritäten erschienen. Während der Löscharbeiten ergoss sich häufig ein wahrer Funkenregen über die im Windstriche gelegenen Häuser bis weit in die Stadt herein, manchmal flogen die Funken sogar noch über das Sparcassegebäude in der Gilmstraße hin. In den an dem Brandplatz angrenzenden Thcilen von Wilten und auch in der Stadt waren die Estriche von den Hausbewohnern besetzt, um die Dächer vor Flugfeuer zu schützen; auch wurden Sicherheitswachmänner in die Wilten zunächst gelegenen Häuser gesandt, um die Bewohner auf diese selbstverständliche Maßregel aufmerksam zu machen, falls nicht daran gedacht worden sein sollte. Während das Feuer am heftigsten wüthete, ertönten aus dem vordem Dachstuhle des Doppelhauses von Rauter unheimliche Detonationen, wie das Knattern einer Plänklerkette; es hieß, es seien Dynamit - Patronen in einem Seitentheile dieses Hauses gewesen; zum mindesten mögen es Gewehrpatronen gewesen sein. Das Figgeler Wirtshaus ist theilweise und das Spörr ' sche Haus nebst hölzernen Nebengebäuden und dem an das Figgelerhaus angebaute Häuschen find gänzlich ab respective ausgebrannt, und vour Rauter ' schen Doppelhause die Hintergebäude, und da es einen feuersichern Eistrich hatte, nur das Dach.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 29. November 1881, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4334-grosser-brand-in-wilten-mehrere-haeuser-dem-feuer-zum-opfer-1881).
(Ein Waldbrand im Stubaithale.) Bei Telfes entstand am vergangenen Samstag gegen 7 Uhr abends aus bisher unaufgeklärter Ursache ein Waldbrand im sogenannten Leuten - Wald, der möglicher Weise größere Dimensionen angenomm …
(Brand im Hotel de l ' Europe.) Gestern abends um 7 Uhr vermischte sich mit den Klängen der Gloclen von der Jesuitenkirche, welche die Bewohner zur Maiai dacht riefen, die Iammertöne der Feuerglocke vom Stadtthurme, und …
(Die Furcht vor Brandlegung) hat seit den letzten Bränden in Innsbruck einen so hohen Grad erreicht und eine solche Ausdehnung gewonnen, dass die Aufregung in der Bevölkerung eine fast allgemeine ist. Die abenteuerlichst …
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