Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ZEITKAPSEL UNTER DEM GRUNDSTEIN

Grundsteinlegung eines neuen Kirchbaues mit theilnehmender Ceremonie und Dankesworten des Dechanten

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 24. April 1882 · Seite 7 · #Pfarrkirche St. Nikolaus
1435 gesunge worden ist. Von der Rednertribüne herab verlas dann der Herr Cooperator Huber die Urkunde der Grundsteinlegung, die wir morgen unfern Lesern mittheilen werden. Diese Pergament - Urkunde wurde hierauf unterzeichnet: von dem Dechanten, dem Bürgermeister, Vicebürgermeister und dem ersten Magistratsrathe, dem Vorstände und dem Director der Sparcasse, dem Pfarrer, dem Chef der bauführenden Firma Hüter und dem Diöcesan - Architekten von Stadl. Nachdem die Urkunde in eine Blechkapsel, in der nebst einigen Denkzeichen an die Zeit zur Erinnerung an um diesen Bau verdiente Persönlichkeiten auch deren Photographien enthalten sind, gelegt und die Kapsel verlöther worden war, wurde der Stein gehoben und unter Pöllersalven an seine Stelle am südöstlichen über Eck gestellten Strebepfeiler auf die Kapsel niedergelassen. Es erfolgten die üblichen Hammerschläge und der Umgang um die sich bereits mächtig aus dem Fundamente erhebenden Umfangsmauern. Hierauf betrat der hochw - Dechant von Thaur Herr Alois Gräber, als gewesener langjähriger Pfarrer von St. Nikolaus, die Rednerbühne. Er sprach von diesem Baue in seiner religiösen und künstlerischen B deutung und als ein Denkmal des Wohlthätigkeitssinnes und der Opferwilligkeit und druckte den Dank aus dem Dombaumeister Schmidt, der die Pläne unentgeltlich gemacht hat, dem Magistrate für die Förderung, die er dem großartigen Unternehmen hat angedeihen lassen, und allen denen, die den Bau durch Geldbeträge ermöglicht haben, voran dem Kaiserhause und der hiesigen Sparcasse und dann allen so opferwillig n Angehörigen der Pfarrgememde und empfahl das noch nicht vollends gedeckte Unternehmen der fernern Unterstützung derselben. Aus seiner Rede verdient aber jene Stelle ganz besonders hervorgehoben zu werden, in der er der Stadt für die Fürsorge für die Schule und namentlich dem Altbürgermeister Karl Adam, unter dessen Amtsführung das schöne Schulhaus in jener Pfarrgemeinde gebaut worden ist, den Dank aussprach unter Hinweis auf dm Ausspruch des Bischofs Sailer, dass eine schöne Schule und eine schöne Kirche gute Zeichen für den religiösen und sittlichen Wert einer Gemeinde seien.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. April 1882, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4366-grundsteinlegung-eines-neuen-kirchbaues-mit-theilnehmender-1882).

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