Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
VERBORGENE HOLZKUNST ENTSTEHT WIEDER

Tirolische Intarsia in drei hervorragenden Werken aus dem 16. Jahrhundert

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 20. Mai 1882 · Seite 4 · #Hofkirche
speciell in Tirol ". Redner gab ein ausführliches Bild dieses Kunstgewerbes von den Anfängen der Intarsia in Italien im l. Jahrhunderte unter fra Giovanni da Bologna bis zu ihrem Erlöschen im 16. Jahrhunderte. Es war dieser Abriss auch gewürzt durch Illustrationen, von denen namentlich die schönen Werke des fra Giovanni da Verona in der Kirche St. Maria Organs entstanden um die Mitte des 16. Ja r Hunderts, besonderes Staunen erregten. Redner zeigte in klaren Worten den Uebergang der Intarsia in die Plastik im 16. Jahrhumert und ging sodann über auf die tirolische Intarsia. Diese ist uns, wie wir aus dem Vortrage entnommen, nur mehr in 3 Werken erhalten, die aber den stich genug beweisen, dass auch wir Deutsche eine und zwar eine von der italienischen wesentlich verschiedene Intarsia haben Die tirolische Intarsia ist vertreten im Schlosse AmraS, im Fürstenchore der hiesigen Hofkirche und im Fürstensaale deS Schlosses Vel« thurns in Südtirol. Alle d ese 3 Repräsentanten unterscheiden sich nicht bloß von der italienischen Jnta ' sia, sondern sind unt r sich ebenfalls verschieden. Die Er tstehungszeit fällt ziemlich rusammen, denn die H rstellung derselben in Amras und im Fürstenchore fällt urkundlich in die Zeit von 1567 — 1571 und sie danken ihr Dasein dem kunstsinnigen Fristen Erzherzog Ferdinand, und dürften wahrscheinlich beide von demse. ben Meister sKonrad Gottfried, Hefnschler des Erzherzogs Ferdinands he rühren. Die Intarsien in Ve thurns wurden in den Jahren 1580 — 1582 hergestellt und sind schon mit Plastik und Goldornamentik vermengt, während sie in Amras und im Fürstenchore der H skirche dies noch nicht zeigen, wohl aber eine größere Farbenpracht als die italienische Intarsia. Lstder waren diese Prachtwerke in Amras und in der Hoskirche durch Anstriche — letztere haben gar einen fünffachen aufz rweisen — dem Auge des Kunstkenners sowohl wie dem des Lrien verborge »; und erst der Jetztzeit war es Vorbehalten, diese herrlichen Werk; unse er Vorfahren, soweit dies noch überhaupt möglich war und sein wird, wieder in ihrer ehemaligen Pracht glänzen zu lassen. Gegenwärtig wird der Fürstenchor der Hofkirche von seinen Anstrichen befreit, und soviel sich jetzt schon erkennen lässt, zeigen nicht bloß der Plafond und die Thüren Intarsia, sondern auch die Brüstung und sogar der Fußboden. Wie aus den Zeichnungen, die Herr Director Deininger mit seinen Schülern vom Fürstenchore aufgenommen, zu ersehen ist, hab - n wir hier in Mitie unserer Stadt ein Kunstwerk von ungemein großem Werte für oie hiesige In-
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Mai 1882, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4383-tirolische-intarsia-in-drei-hervorragenden-werken-aus-dem-16-1882).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Kunsthandwerk & Denkmäler“

ADLIGER GAST MIT GLASGESCHICHT

Hoher Besuch in der Tiroler Glasmalerei und Mosaikwerkstätte

Innsbrucker Nachrichten · 1. März 1882 · S. 3 · Kunsthandwerk & Denkmäler

Der Herzog von Koburg mit Frau Gemahlin traf gestern früh in Innsbruck ein, nahm Absteigquartier im „ Tiroler Hof ", besuchte noch vormittags die Tiroler Glasmalerei und Mosaikwerkstätte und dinierte abends beim Landesco …

32 MEDAILLONS VON GLAUBE UND GERECHTIGKEIT

Ausstellung des zweiten Thurmhallenfensters des Cölner Doms und weiterer Mosaikwerke in Tirol

Innsbrucker Nachrichten · 9. März 1882 · S. 4 · Kunsthandwerk & Denkmäler

824 (Ausstellung in der Tiroler Glasmalerei und Mosaik - Werkstätte.) An, Sonntag den 12. ds. wird daS zweite Thurmhallenfenster des Cölner Doms im untern Saale der Anstalt, soweit das westliche Fenster Raum bietet, zur …

TERRACOTTA UND TYPISCHE TIROLER

Erfolgreiche Terracotta-Experimente und künftiger Brunnen zur Verschönerung der Stadt

Innsbrucker Nachrichten · 15. Mai 1882 · S. 4 · Kunsthandwerk & Denkmäler

(Kunst und Verschönerungs - Bestrebungen. Die Nothwendigkeit, für die figurale Decoration des Gewerbeschul - Gebäudes zu sorgen, und das Bestreben des städtischen Architekten Tomasi, dieselbe wenn irgend thunlich, in Inn …

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |