Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
TAGHELLES ELEKTRONISCHES LICHT

Neues fahrbares Gerüst und erste Probe der elektrischen Bogenlampe in der Stadt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 18. Oktober 1882 · Seite 4 · #Elektrisches Licht
Gestern vormittags führte Lackierer Christof Hummel jno. in der Maria - Therefienstraße eiu fahrbares Gerüst zu Arbeiten an Häuser - Faxaden vor. Auf einem Wagen stehen zwei Leitern, die nach Bedarf verlängert werden können, und zwischen denselben lässt sich eine Bühne auf und abziehen. Uns scheint dieser Apparat recht praktisch con struiert zu sein, und sein Nutzen ist in die Augen springend; denn er macht das Aufstellen und Wegräumen eines festen Gerüstes an Häusern überflüssig und erspart daher Arbeit und Kosten. Dieses transportable Gerüst ist nach Ch Hummel « Erfindung vom Feuerwehr - Requisiten - Fabrikanteu Georg Lang in Milten ausgesührt worden. — Die Proben, welche Mechaniker I. Miller seit einigen Tagen mit elektrischem Lichte zur Beleuchtung größerer Lccalitäten oder öffentlicher Plätze anstellt, fallen sehr befriedigend aus Es ist eine Bogenlampe, mit der die Versuche gemacht werden; das Licht hat d; e Stärke von 50 Gasflammen und erleuchtet die Umgebung auf ziemlich weite Distanz taghell; dasselbe ist, nachdem einmal die Glühkvhle gleichmäßig erwärmt ist, was ungefähr 5 Minuten in Anspruch nimmt, sehr ruhig, viel ruhiger als das Gaslicht, und hat eine dem Sonnenlichte am nächsten kommende weiße Farbe. Zum Betriebe der elektro dynamischen Maschine sind, um ein Licht von b efer Jntenfitivität zu erzeugen, % bis % Pserdekraft erforderlich. Die Glühkohle, welche diese Lampe verzehrt, kostet 4 Kreuzer per Stunde, und die Dampfkraft, wenn in Ermanglung von Wasserkraft eine solche verwendet werden muss, kann mau auf 2 % bis 3 kr. veranschlagen, so dass die Stunde eines solchen Lichtes beil. 7 kr. kostet, während 50 Gasflammen, die Flamme zu 3 kr. per Stunde gerechnet 1 fl. 50 kr. kosten würden; allerdings kommt zum Betrage von 7 kr. auch noch etwas für Amortisation und Abnützung von Anlage- Maschinen dazu. In den nächsten Tagen werden Proben mit kleinen Lampen zur Beleuchtung der Gastzimmer bei Summmerer und Scier, wo die bisherigen Proben vorgenommen wurden nnd auch heute wieder eine stattsinget, gemacht werden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 18. Oktober 1882, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4430-neues-fahrbares-geruest-und-erste-probe-der-elektrischen-bogenlampe-1882).

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