( „ Der Kreuzer. ") Ueber dieses Thema sprach am Mittwoch, in der dritten der populären Vorlesungen, Herr Prof. Dr. Busson. Wir glauben uns den Dank der Leser zu verdienen, wenn wir auf dielen Vortrag, da er ein Stück Kulturgeschichte ge ade unseres engen Heimatlandes bildet, näher eingehen. Der Vortragende führte zunächst den Stammbaum des Kreuzers als tirolischen Ursprungs auf 600 und den Namen anf 500 Jahre zurück. Uebeihaupt war es der tirolische Kreuzer, welchen er in seinen Darlegungtn besonders in ' S Buge faßte. Tirol befaß vor dem 13. Jahrhundelte keine eigene Währung; es war in dieser Beziehung vom Veroneser Münziysteme abhängig, bis Graf Albrecht i. I. 1242 eine eigtne Münzprägung auch für Tirol einjührte. Vor allem war es der Tiroler „ Zwanziger ", der sich damals nicht nur in seiner Heimath selbst, sondern auch weiter hinaus, allgemeiner Belebtheit erfreute. Derselbe hatte folgende Prägung: Bus der Aversseite befand sich der Tiroler Adler, auf dem Reverse ein Kieuz, woher diese Münze hundert Jahre später d: n Namen Kreuzer erhielt, der ihr bis heute geblieben ist. Der Zwanziger galt damals aber nicht 20 Kreuzer, sonrern 20 Berner, eine kleine Veroneser Münze. Da die landesfürstliche Münzstätte Meran war, wurde die Münze „Etschkreuzer genannt, daher die noch heute im vulgären Volkston oft gebrauchte Bezeichnung „ Neilfch ". Ferdinand I. verfügte die Umwandlung deS AverSbildeS in das des österreichischen DoppelaareS und die Anb ingurg des Tirolei Adlers auf einem Herzschilrchen mitten im Kreuze. Unter der Regierung Ferdinands II. erhielt der Kreuzer eine Legende mit dem Namen des Lanreefürsten und da « Doppelkreuz die Gestalt eines achtspeichigen Rades ( Radlkreuzer). Dann kam die sogenannte Kipper zeit, nämlich eine Periode, in welcher sich der Metallwerth der Münze» außerordentlich verschlechterte. Zu dieser Erscheinung lag der Grund darin, daß die Ausprägung nicht mehr ausschließlich landessüi stl. Regal war, sondern viele Herrschaften und Städte das Privileg er hielten oder sich anmußten, selbständig Münzen zu verausgaben, wobei von spekulativen Leuten die älteren besseren Münzsorten eingesawmelt und eirgeschwolzen wurden, um durch Kippermünzen von schlechter
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. Februar 1885, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4681-vortrag-ueber-den-ursprung-und-die-geschichte-des-tirolischen-1885).
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(Selbstmörder und Selbstmörderinnen.) Aus den Berichten der statistischen Centralkommission entnehmen wir wichtige Mittheilungen über die Zahl und Art der Selbstmorde io Oesterreich, die insbesondere auf die Beziehungen …
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