nicht ungünstige Erträgniß der Restauration erheblich beeinträchtigt. ( „ Festblatt. -) Egerdach » nd Mentelberg. Egerdach! wer kennt ihn nicht in Innsbruck den lieblichen Aufenthalt am harzduftigen Fichtenwalde mit den heilspendenden Quellen, der unter dem jetzigen Besitzer nach langer Vernachlässigung neuem Aufschwünge entgegenstreb!! Hier Mentelberg, da Egerdach, die beiden entgegengesetzten Endpunkte für kleinere Ausflüge aus Innsbruck, beide in ihrer Art anziehend und lohnend: hier das schloßartige Herrenhaus, da die ländliche Idylle. Dieser Charakter entspricht selbstverständlich auch der Geschichte dieser beiden nun auf das gastlichste eingerichteten Ansitze. Die Kunde von der Gallwiese reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Durch Schenkung des Bischofs Reginbert wurden damals die dortigen Grundstücke Eigengut des Stiftes Willen. Auf dem Platze, wo jetzt das Kirchlein steht, ward ein kleiner Thurm zur Warte des Waldhüters errichtet und daneben ein Maierhof angelegt. Im Jahre 1405 kaufte den Hof ohne Wächterthurm Heinrich Mentelberger, der vom Kaiser Max geadelt, 1497 die Gallwiese zum adeligen Freisitze Mentelberg umsckuf. Ihm folgte 1529 Johann Zott von Bäreneck; dieser erwarb auch den Thurm gegen dem, daß er für den Waldwächter das heute noch bestehende Waldhüterhäuschen erbaute. Zotl ' s Nackkommen verkauften ihren Besitz an die Familie Kuebach, die aus dem halbverfallenen Thurm ein Kirchlein baute, in das Christof von Kuebach, Obristwachtmeister, iw Lahre 1639 aus Ulm ein Bilv der schmerzhaften Mutter brachte, das bald viele Andächtige avzog. Erzherzog Ferdinand Karl ertheilte demselben die Concesfion jährlich 30 Ihrn Wein reu Kuchfahrt- Leuten auSzuscheuken. Dieses war der Anlaß zum Äasthause. KuebachS Witwe verkaufte das Anwesen i. I. 1660 an den Freiherr » v. Girardi, der jedoch schon im folgenden Jahre starb. Nun kam es wiederum durch Kauf in den Besitz des Stiftes Willen zurück. Im Jahre 1774 wurden Haus und Kirchlein umgebaut, sowie beide in Wesenheit heute noch stehen. Unter der bayerischen Regierung wurde 180? nach Aushebung des Klosters diese schöne Besitzung an Severin veis im Versteigerungswege verkauft, und nach dessen Tode wurde im Jahre 1839 Herr Franz Unterberger, Bruder des verstorbenen GastwirtheS zum goldenen Hirschen hier, Herr der Gallwiese. Der damalige Kaufpreis war 28,660 fl. Rach ihm ging dieselbe an Herrn Gasser und dann an Herrn Kirchmayr über, von dem im Jahre 1859 es die Familie des bayerischen Gesandten in Rom, Grafen Spauer, erwarb, die das Haus mit ver Loggia den Ballonen und Thürmchen versehen ließ, und es dann im vorigen Jahre käuflich dem gegenwärtigen Besitzer, Hrn. Josef Lindner, abtrat. — Wie eine Idylle klingt hingegen die Geschichte von dem Ursprünge des Egerdachecdads.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. August 1885, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4725-chronik-der-besitzungen-egerdach-und-mentelberg-in-innsbruck-1885).
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