(Kaiser Max auf der Martinswand.) Unser Landsmann, der Professor an der k. k. Oberralschule in Linz, Herr Karl Kirchlechner, hat die Entstehung und Entwicklung der Sage von dem Abenteuer Kaiser Max ' auf der Martinswand zum Gegenstände geschichtlicher Erörterung gemacht. Die Ergebnisse seiner Forschung finden sich im heurigen Schulprogramm der Linzer Oberrealschule abgedruckt. Für uns nächste Nachbarn der Martinswand haben diese Untersuchungen selbstredend besonderes Interesse. Der Verfasser liefert den Nachweis, daß die Sage entgegen der noch heute verbreiteten irrigen Meinung, wonach dieselbe erst gegen den Ausgang des fiebzehnten Jahrhunderts ihre völlige Ausbildung erfahren hätte, bereits 1574 in ihren Hauptzügen vollendet dastand, also erst 55 Jahre nach des Kaisers Tode. Im Jahre 1574 nämlich bereiste ein sicherer Pighius, Hofmeister des Prinzen Karl Friedrich von Jülich, Cleve und Berg, eines Urenkels Kaiser Maximilians, mit seinem Zögling Tirol, beschrieb in weitläufiger Weise Land und Leute, unter Anderm auch die Martinswand, die Jagd auf derselben und die Sage, die mit der MartinSwand für ewige Zeit verbunden ist. Zwei Jahre vor Pighius erschien Braun ' s „ Welt- Theater ", das die Sage gleichfalls darstellt und dem Pighius zweifellos auch als Vorlage gedient hat, so daß als das älteste, nachweisbare Datum, das uns die vollständig ausgebildete Sage vorführt, das Jahr 1572 bezeichnet werden muß. Als ein weiteres R sultat der Arbeit erscheint der Nachweis, daß der Chronist Sebastian Frank in seiner im Jahre 1578 erschienenen „ Teutscher Nation Chronik " bereits die Erzählung ausgenommen hat, daß dem Kaiser in seiner Noth das Sakrament gezeigt worden sei. Als ein drittes und wohl als das wichtigste Ergebniß der Arbeit läßt sich ansühren, daß die bereits früher vorhandene Ansicht, es sei das zwanzigste Abenteuer des „ Teuerdank " der historische Kern der Sage vom Kaiser Max auf der Martinswand, in wesentlichster Weise gestützt und recht plausibel gemacht wurde.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. September 1885, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4733-nachweis-der-fruehesten-form-der-sage-vom-kaiser-max-auf-der-1885).
(Ein verbotenes Gedicht.) Das k. k. Landesgericht in Wien hat das in Nr, 49 der „ Deutschen Wochenschrift " enthaltene Gedicht mit der Aufschrift „Darwinismus, Knittelverse von Adolf Pichler ", wegen Vergehens nach § 302 …
(Literarisches.) Dr. Gottlieb Putz in Meran, der Verfasser der reizenden Dichtung „ König Laurin ' s Rosengarten ", wird seine Gedichte gesammelt herausgeben. — Bon unserm im k. k. Münz und Antiken - Kabinete in Wien ang …
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