Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BERGE HEILEN, BERGE STÄRKEN

Vom Einflusse des Bergsteigens auf Geist und Gemüth chronisch Kranker

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 10. Oktober 1885 · Seite 6
6 8. Endlich muß noch der Wirkung des Bergsteigens auf das Gemülh und den Geist gedacht werden. Besonders die oft trübe Stimmung chronisch kranker Menschen macht bei Bergtouren dem Frohsinn und neuen Lebensmuthe Platz und verleiht ihnen Kraft, gegen ihre Krankheit mit Ausdauer zu Felde zu ziehen; einen mächtigen Einfluß übt da unter einem die herrliche Gebirgsnatur mit wechselnden landschaftlichen Schönheiten aus. ES ist hinlänglich bekannt, daß eS die Mehrzahl der Personen nicht aushält, täglich stundenlang in denselben ebenen Anlagen sich zu bewegen, und wären fie noch so sct ön ausgesührt, da die Gleichförmigkeit der Umgebung und Bewegung erschlaffend auf den Menschen wirkt, während die Bergtour den Geist fesselt und die verschiedensten KörpermuSkeln in Anspruch nimmt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. Oktober 1885, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4750-vom-einflusse-des-bergsteigens-auf-geist-und-gemueth-chronisch-1885).

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