Von den eingelaufenen Daten gaben nur die der 660 im Kammerbezirke betriebenen Mühlen zu einer Bemerkung Anlaß. Fast einstimmig beklagen sich die Müller auf dem Lande über Rückgang ihres Gewerbes, was lheils der Konkurrenz der Kuustmühlen, indem die Bauern statt Getreide Mehl kaufen, theils der sich vollziehenden Umwandlung des WirthschastSbetriebeS, indem der Getreidebau von der Viehzucht verdrängt wird, zuzuschreiben ist. Der Voranschlag der Kammer für daS Jahr 1887 wurde genehmigt. Zur Deckung des Bedürfnisses wird nur eine Umlage von 1 kr. auf den Erwerbesteuer - Gulden getrieben, der Rest aber aus den eigenen Mitteln der Kammer, die im nächsten Jahre auf ministerielle Anordnung aufgezehrt werden müssen, gedeckt. Die Kammer schloß sich der Petition der Prager Kammer an die Regierung an, um die Einführung des Handels mit Spiritus nach dem Gewichte anstatt nach dem Hohlmaße, da das Volumen des Spiritus je nach der Temperatur ein veränderliches ist und auf die Beschaffenheit der Fässer auö Volumen - Veränderungen Einfluß hat. Auf Grund der Beschlüsse des Landtages vom Jahre 1885 bereitet der Landesausschuß einen Antrag vor, den Getreideauf chlag nach dem Gewichte oder Preise, anstatt wie bisher nach dem Hohlmaße einzuhebeu und ersuchte die Kammer um Erstattung eines Gutachtens. Die sehr ausführliche Auseinandersetzung, welche auf genauen Durchschnitts., Gewichts und Preiserhebungen beruht, gipfelt in drei Vorschlägen und zwar, da eine Combination von Preis und Gewicht eine Unmöglichkeit ist. auf die Einhebung nach dem Gewichte per 100 Kilogramm mit zwei Vorschlägen und aus die Einhebung nach dem Preise» Alle drei Einhebungsarten sollen das bisherige Erlrägniß von circa 360. 000 fl. im Jahre ergeben. Der erste Vorschlag nimmt da « Gewicht jeder einzelne« Fruchtgattung zur Grundlage und kommt zu 8 verschiedenen Tarifsätze, oder wenn man die beiläufig gleichgewichtigen Sorten zusammenzieht, zu 5 Tarifsätzen für Getreide -, Malz und Bohnevfr. chte Nach diesem Vorschläge würden beispielsweise 100 Kilogr. Weizen 38 kr., Roggen 41 kr., Mais ( Cinquantin) 38 lr., Hafer 65 V, kr., Gerste 44 V, kr., Malz 56 ' /, kr. zahlen. Die zweite Alternative schlägt für alle ausschlagpflichtigen Produkte einen einheitlichen Aufschlag von 41 kr. per 100 Kilogr. vor. Im Vergleiche
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 16. Oktober 1886, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4865-zur-lage-der-muehlen-und-vorschlaege-fuer-getreideaufschlag-nach-1886).
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Eingesandt. Das Dorf Wilten hat nach und nach seinen bäuerlichen Charakter mit dem städtischen vertauscht, aber etwas hat es noch behalten, was dem größten Theile der Bewohner Wittens zur höchsten Unannehmlichkeit gereic …
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