Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
VON ZWEI STIFTUNGEN BLIEB NUR EINE

Interpellation über die Waisenhausstiftung Sieberer im Salzburger Landtag

Die Innsbrucker Waisenhausftiftung des Hrn. v. Sieberer war in der Schlußsitzung des Salzburger Landtages am 19. ds. Gegenstand einer Interpellation an den Landeshauptmann Grafen Chorinskh vom Abg. Biebl, ehenials Bürgermeister von Salzburg und Genossen. Aach auf die Gefahr hin, etwas zu wiederholen, was in der Interpellation selbst gesagt ist, schicken wir voraus, daß es vor etwa 4 Jahren hier in Jnn bruck hieß, daß ein reicher Mann in Wien die Absicht hege in Innsbruck und in Salzburg je eine Waisenhausstiftung, nian nannie damals die Summe von 500. 000 fl. für jede dieser Stiftungen, zu errichten. Allmählig ist aus diesen zwei Projekten aber eines geworden und daraus die herrliche von Sieberer ' sche Waisenhausstiftung in Innsbruck entstanden. Wie so das gekommen, darüber gibt uns eben jene Landtags - Sitzung Aufklärung und deßhalb sehen wir uns zu einem ausführlichen Berichte über dieselbe veranlaßt. Abg. Biebl und Genossen richten an den Herrn Landeshauptmann folgende Interpellation: „Schon vor längerer Zeit wurde durch einen Zeitungsartikel die Nachricht verbreitet, daß ein sehr wohlhabender Herr ans Wien sich mit der Absicht trug, in dankbarer Erinnerurig an die in seiner Jugend während der Studienjahre in Salzburg und Innsbruck genossene wohlwollende Aufnahme für diese beiden Städte eine bedeutende Summe zu einem wohlkhätigen Zwecke, dem Vernehmen nach für eine Waisenstiftung zu widnien. — Jener Herr hat sich persönlich nach Salzburg begeben, um mit deni Herrn Landeshauptnianne das Nähere über seine Absicht zu besprechen, soll aber durch die hier erhaltenen Mittheilungen leider veranlaßt worden sein, sich dahin zu entscheiden, daß es nicht angezeigt sei, für den beabsichtigten Zweck in Salzburg etwas von seinen Mitteln zu widnien, hat sich von hier nach Innsbruck begeben und diese Stadt mil der früher auch für Salzburg gedachten menschenfreundlichen Stiftung beglückt, wodurch den armen Waisen unseres Landes eine so wünschenswerthe Wohlthat entzogen wurde. Herr Landeshauptmann hat sich nicht veranlaßt gefunden, über diese das Landesinterresse so tief berührende Angelegenheit dem Landtage Mittheilungen zu machen und nachdem dieselbe zu lebhaften Erörterungen und zu den verschiedensten Benrtheilungen des dabei stattgefundenen Vorganges Veranlassung bietet, so fühlen sich die Unterzeichneten verpflichtet, den Herrn Landeshauptmann zu befragen: 1. Ist es richtig, daß ein Herr aus Wien ihm die Absicht bekannt gegeben habe, für einen wohlthätigen Zweck in Salzburg eine größere Summe und welche widmen zu wollen. 2. Wurde Alles aufgeboten, jenen Herren in dieser für das Land Salzburg gewiß wichtigen Angelegenheit
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. Jänner 1887, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4915-interpellation-ueber-die-waisenhausstiftung-sieberer-im-salzburger-1887).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Arbeitswelt, Medizin & Soziales“

GLASMALER MIT EIGENER SICHERUNG

Simultane Generalversammlung der Tiroler Glasmalerei-Vereine mit Neuwahl der Ausschüsse

Innsbrucker Nachrichten · 11. Februar 1887 · S. 6 · Arbeitswelt, Medizin & Soziales

R. tPensions und Kranken - Unterstützungs - Verein der Tiroler - Glasmalerei.) Der Mitte vorigen Jahres gegründete Pensionsverein und der schon seit 12 Jahren sunktionirenoe Krankenuntei stützungsverein der Tiroler Glasm …

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |