Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
KAPPELLE FÜR 200? PRADL BRAUCHT MEHR

Bau einer neuen Kirche in Pradl aufgrund wachsender Bevölkerung und mangelhafter jetziger Kapelle

Personalangelcgenheiten. (Kirchenbau in Pradl). Wohl nicht leicht ist die Nothwendigkeit eine neue Kirche zu errichten so am Tage liegend, wie in unserer Nachbargemeinde. Nicht nur daß die Einwohnerzahl in stetenr Steigen begriffen ist, der schulpflichtigen Kinder immer mehr werden und die jetzige Kapelle, denn so kann man dieses Kirchlein wohl mit Recht nennen, kaum 200 Besucher faßt, so ist die Lage des alten Gotteshauses mit dem tiefen Fundament im Friedhofe eine sanitär ungünstige, und dasselbe nichts weniger als eine Zier der frequenten Straße nach Amras, armselig und unansehnlich, wie man in Tirol kaum ein minderes finden dürfte. Dieses unabweisbare Bedürfnis, dessen Befriedigung zugleich der nahen Landeshauptstadt zum Schmucke gereicht, rief den Entschluß wach, zu bauen. Da aber die eigenen Mittel bei der vielfach armen Bevölkerung nimmer ausreichen würden, so wendet sich das Kirchenbaucomits an den altbewährten Wohlthätigkeitssinn der Bewohner Innsbrucks, daß sie mithelfen mögen, ihren Nachbarn Bausteine zu dem unbedingt nothwendigen, neuen Gotteshause zu liefern. Jedenfalls glaubt dasselbe auf eine erfreuliche Theilnahme an der Theatervorstellung rechnen zu dürfen, welche nächstens an 3 Abenden durch den als Arrangeur wohlbekannten Herrn Leopold Fanto zu Gunsten des Kirchenbaues veranstaltet wird und zwar im großen Saale des kath. Geselleuhauses. Möge der milde Sinn von Innsbrucks Bevölkerung wieder sich be-
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 14. September 1887, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5028-bau-einer-neuen-kirche-in-pradl-aufgrund-wachsender-bevoelkerung-1887).

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