(Ausstellung von Objekten des indischen Kunstgewerbes.) Diese mit dem heutigen Tag im ehemaligen Schwurgerichtssaal eröffnete Ausstellung hat einen mehrfachen Reiz. Aus Gegenständen bestehend, die durchwegs indischen Ursprungs und nicht etwa bloße Imitationen sind, bietet sie in kunstgewerblicher wie in kulturhistorischer Beziehung ein gleich großes Interesse. Geht ihr auch das Großartige, Imposante ab, so fehlt es ihr doch nicht an Mannigfaltigkeit. Die Beschränkung aber auf ein verhältnißmäßig kleines national und geographisch einheitliches Gebiet ist in diesem Fall sogar mit ein Vortheil; der Besucher erhält dadurch eben auch ein einheitliches Bild, das gerade umso anregender zu wirken vermag, als er mit Muße und Bedacht die Objekte beschauen kann. Daß es genug zu sehen gibt, haben wir schon gesagt. Gleich links beim Eingang sind Stühle verschiedener Art, Teppiche, ein Schild, eine Wasserpfeife, zierliche indische Fenster, riesige Palmenblätter, Fliegenwedel u. a. zu einem recht ansprechenden Gesammtbilde vereinigt. Teller aus Seifenstein, mehrere Gefäße aus Gedärmen, Betelmesser, kleine Götzen, reizende Jntarsiaarbeiten: wie Albumdeckel, Kassetten u. dgl, keramische Erzeugnisse, darunter insbesondere einige Fließe, Mosaikteller, jene durch Einreibung von Silberstaub in die ciselirte Oberfläche von Gefäßen so hübsch hergestellten Ornamentirungen, eine interessante Sammlung von Metallarbeiten erregen durch Feinheit der Ausführung, durch ihren fremdländischen Charakter unsere Bewunderung. Recht interessant sind die Musikinstrumente, worunter die Hörner wegen der papierähnlichen Dünnheit des Bleches besonders genannt seien. Schmucksachen aller Art, Damenschuhe, Sandalen, ein lakirter Spazierstock, kostbare Seidenwaaren, eine Sammlung von Shawls aus Kaschmir schließen diese äußerst interessante Ausstellung ab. Daß hiemit noch nicht alles genannt ist, ist selbstverständlich. Es ließe sich noch gar manches anführen, so die sehr beachtenswerthen Illustrationen indischer Textilmustcr, gedruckte Baumwollwaaren, Rohr - Teppiche, Seidenraupen - Gespinnste, Hölzer aus Ceylon, beschriebene Palmevblätter u. s. w. Indessen ist es nicht der Zweck dieser Zeilen eine ausführliche Beschreibung der Ausstellung zu geben. Man muß sie eben selbst sehen. Daß sie Niemand ohne Befriedigung verlassen wird, darf kühn
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 5. Jänner 1888, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5077-eroeffnung-einer-reizvollen-ausstellung-indischen-kunstgewerbes-im-1888).
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