Verhandlung führte der k. k. Landesgerichtsprästdent, Hofrath Dr. Evuard v. Ferrari den Vorsitz. Wie aus der zur Verlesung gelangten Akten zu entnehmen, ist der Thatbeuand folgender: Am 17. Mat d. IS. gegen halb 9 Uhr abends kam die Walburg Nocker in das neben der Kirche in Lans stehende Haus des Bauers Josef Stippler, vulgo Siegwein, mit der allarmirenden Nachricht, daß es in der Streuschupfe hinter dem Hause brenne. Sofort eilte Stippler mit den Knechten hinaus und fand, thatsächlich schon meterhohe Flammen aus dem Streuhausen emporlodern. Durch Niederreißen der auf 6 hölzernen Pfeilern ruhenden Bedachung der offene Streuschupfe gelang es, das Feuer zu dämpfen und so jede weitere Gefahr vom Siegwein ' schen und den Nachbarhäusern abzulenken. Die Entstehungsursache dieses Feuers war jedermann unbekannt, man hatte anfangs auch gegen niemand einen Verdacht und die Bewohner von Lans hielten es für einen bösen Zufall. Bald jedoch entstand der Verdacht der Thäterschast gegen die Walburz Nocker, die auf die verschiedenste Weise erzählte, wo und wie sie das Feuer entdeckt habe. Sie wurde deshalb in Hast genommen, wo fte vor dem Untersuchungsrichter sich in krasse Widersprüche verwickelte, und bezeichnete schließlich eine gewisse Anna Tusch, 66 Jahre alt, vulgo „ Meßnerbarbele " in Lans als die Brandlegerin, mit dem Bemerken, daß diese ihr die That selbst gestanden habe. Die in dieser Richtung gepflogenen Erheb » gen find sämmtltche negatioen Resultates gewesen. Ein Beweggrund, warum die Walburg Nocker gelegt habe, kann nicht aufgefunden werden, jedoch konnte die Thatsache konstatirt werden, daß die Nocker über eine bei Stippler bedienstete Magd solche Aeußerungen machte, die auf eine feindselige wahrscheinlich auf Eifersucht bafirende Stimmung gegen dieselbe schließen lassen, ferner ist der Umstand konstatirt, daß sie schon während des Brandes ostentativ hervorhob, daß sie die Erste war, die das Feuer entdeckt und deshalb Hoffnung auf eine entsprechende Belohnung habe. Auf Grund dieser Thatsachen wurde gegen Walburg Nocker die Anklage der Brandlegung, wodurch Stippler circa 100 fl. Schaden erleide, ferner der Verleumdung ( weil sie die Barbara Tusch anzeigte) erhoben. Dieser Anklage gegenüber verhält sich die Angeklagte vollkommen leugnend. Auch bei der Hauptverhandlung bleibt sie lei ihren in der Voruntersuchung gemachten Angaben und geräth oft in Widersprüche namentlich über die Art, wie sie den Brand entdeckt habe. Im Laufe deS Beweisverfahrens weiden mehrere Zeugen auS LanS vernommen. Es sahen mehrere Zeugen die Angeklagte um die kritische Zeit am Abend des 17. Mai wohl in den Friedhof gehen, allein beim Brandobjekte wurde sie erst gesehen, nachdem sie schon allarmirt hatte. Die am 15. dS. wegen KindSmord abgeurtheilte Meraner erzählt, daß die Angeklagte eine ihrer Zellengenosstnnen zum Peter Fischer schicken wollte, um ihn zu einer falschen Aussage vor Gericht zu bewegen. Peter Fischer, dem die Angeklagte während des Brandes zum Verstopfe« eines Jauche Durchlasses Werg und Fetzen gegeben haben will, widerspricht dieser Erzählung vollkommen. Der Ve. theidiger Dr. Walter stellt im Laufe deS Beweisfahren « den Antrag, eS fei ein Augenschein an Ort und Stelle aufzunehmen, um zu konstatiren, ob auf der Kirchhofmauer zur Abendzeit ein Feuerschein von der Brandstelle her gesehen werden könne. Staatsanwaltsubstitut Dr. R. v. Leon halt die Aufnahme eines Augenscheines für zwecklos, da
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 19. September 1888, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5160-brandlegung-und-verleumdung-in-lans-walburg-nocker-vor-gericht-1888).
(Verbrannt). Vorige Woche hat sich in Obertilliach ein Mädchen, das im letzten Schuljahre steht, erbärmlich verbrannt. Seine Kameradinnen, die ihm seinen Haarputz Herstellen halfen, nahmen hiezu Petroleums!), kamen dem d …
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 86: „Brand der Schriftsetzerei Wagner-Schumacher, Pfarrgasse.“]
Originaltext der Innsbrucker Nachrichten (23. Jänner 1888, S. 3):
Näheres Margarethenplatz Nr. 1 b …
1 worden, dieselben wudren aber von, Grafen Enzenberg zunr Schutze von Tratzberg das im höchsten Grade gefährdet ist, wenn der Wind nach Westen weht, zurückgchalten und nur ein kleiner Theil derselben konnte gegen den Wa …
(Waldbrände.) DerWalobrand im Pchthale nahm im Verlauf des gestrigen Tages gewaltige Dimensionen an. Es brannten bei 2000 Joch des ärarischen, Imster und Jerzenser Waldes nieder. Obwohl von Imst neuerlich Hilfe an den Br …
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