Gtwcrs üßcr die Hletephonis und die Hstephonie - Werovdnung. Die Errichtung eines staatlichen TelephounetzeS in Innsbruck bedeutet einen sehr erfreulichen Fortschritt im Hinblicke aus dir frühere so stiefmütterlich angesehene Telephonie. Im Interesse der zur Thetlnahme an dieser staatlichen Unternehmung eingeladenen Geschäftswelt, Industriellen, HötelS rc. ist es sehr zu wünschen, daß sich viele Theilnehmer melden. Als in den Jahre« 1876 187? die ersten Beü ' schen Telephon Apparate *) in den größeren Städten Eurcpa ' s zuerst vorgesührt wurden, hatte man keine Ahnung, welch ' bedeutende Rolle in der nächsten Zukunft diese kleinen Apparate spielen würden. Es darf daher nicht Wurder nehmen, daß man selbst in den intelligentesten Kreisen Europa ' S vielf ch die Meinung hörte: „ Das ist echt amerikanischer Schwindel, Humbug u dgl. ", nur vereivzelnt, wie namentlich vom Staatssekretär des deutschen Reichspostamtes Dr. v. Stephan wurde der wahre Werth des eiufachen kleinen Apparates sofort erkannt. — Dr. v. Stephan mußte im Verlaufe des Jahres 1877 eigene Agenten in Berlin herumschicken, um die ersten hundert Geschäftsfirmen, so zu sagen, zu überreden, daß ein Teiephonnetz in Berlin endlich errietet werden konnte. Erft das Vorgehen Deutschlands, wo Dr. v. Stephan glänzende Resultate erzielte, welche aber nichts desto weniger dennoch nicht unangefochten blieben, wußte die höchst erwün chte Anregung geben, daß dem Telephonwesen endlich auch in Oesterreich sowohl von Seite unserer Geschäftswelt, als auch v « n unserer StaatStelegrafenverwaltung die ihm von Rechtswegen gebührende Ausmerkiamkeit geschenkt wurde. Beweis dessen die gegen Ende des Jahres 1887 erschienene Telephon Verordnung mit den darauffolgenden Anmeldungen mehrerer größerer Städte in Oesterreich, darunter auch Innsbruck, zur Errichtung eines StatttelephonetzeS. Im großen Ganzen ist unsere Telephon Verordnung mit den deutschen Normen übereinstimmend. Was Herstellung und Zweck der Tel phouanlagen betrifft, ist hervorzuheben, daß bei uns ebenso wie in Deutschland, eine Telephonverbindung an das Staats Telegrafennetz ausschließlich von der Post und Telegrafenverwaltung aus Ansuchen hergeftellt wird. Eine in allen hiesigen Tage? blättern erschienene KundmaLung der k. k. Post und Telegrafen - Direktion hier gibt die Bedingungen bekannt, welche Private zu erfüllen haben, um als Abonnenten des zu errichtenden Telephonnctzes von irgend einer gewünschten S eile in ihrer Fabrik, Kanzlei, Wohnung rc. aus au das Staatstelegrafennetz durch Vermittlung der Telephon - Centrol - Station am die k. k. Postamtsgebäude hier telephonisch angeschloffen zu werden. Der Centralstation, welche zugleich öffentliche Sprechstelle ist, obliegt aber ebenso die Verpflichtung, telephonische Gespräche zwischen allen hiesigen Abonnenten untereinander ( Privaten, Staatsbehörden und Aemten) zu vermitteln, desgleichen zwisch en Allen hiesigen Abonnenten und öffentlichen Sprechstellen ( hier *) Das Telephon ( Fernsprecher) ist eine deutsche Erfindung — vom Lehrer Philipp Reiß in Friedrichsdors bei Homburg, geboren in Gelahausen, wo demselben auch vor einigen Jahren ein Denkmal errichtet wurde; — der Amerikaner Graham Bell in Boston machte das Telephon zuerst praktisch brauchbar. — Mit dem alten Reiß ' schen Apparat war man eben nicht im Stande gebrochene Worte d. h. die menschliche Stimme nach Höhe, Klangfarbe und Klangfülle des Tones in die Ferne zu übermitteln.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. Mai 1889, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5219-errichtung-eines-staatlichen-telephongebaeudes-in-innsbruck-mit-1889).
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(Bewaffnung der Landbriefträger.) Das Handelsministerium hat beschlossen, die Landbriefträger, welche oft bedeutende Werthe mit sich führen, in vielen Fällen wenig frequente Wege zu passiren haben und daher trotz aller H …
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