Die Keitige von Wcrdein. Das ungefähr 2 Stunden von Cavalese gelegene Dorf Radeiu ist seit einiger Zeit ein nicht wenig genannter Ort geworden. Eines der zerstreut liegenden Häuser beherbergt eine 30 jährige kranke Jungfrau, namens Angelika Darocca, von der es heißt, daß sie am Freitag Blut schwitze und die von dem massenhaft zuströmenden Volke als La Santa di Radein bewundert wird. Jüngst hat der Arzt Dr. L. Sartori von Cavalese im „ Bolletino " des Trientiner Aerztevereines einen Bericht über den Zustand dieser hysterischen exstasischen Kranken veröffentlicht, der die Aufmerksamkeit weiterer Kreise und auch der Behörden aut den Gegenstand gelenkt hat und der in der Uebersetzung lautet: Vor zwei Jahren wurde ich einmal in jenes Haus zur Mutter der „Heiligen " geholt, die an einem Krebsleiden erkrankt war; aber bei meinen damaligen zwei Besuchen wurde mir nicht gestattet, die „ Heilige " zu sehen, und ich wurde ihrer nur ganz flüchtig ansichtig durch die Spalte einer Thüre, welche halb geöffnet war und sogleich geschlossen wurde. — Glücklicher war ich in dieser Beziehung am 15. März heurigen Jahres; ich wurde an diesem Tage nach Radein zu einem Bruder der Darocca gerufen ( der jedoch nicht im gleichen Hause mit ihr wohnte), und den ich an thraumatischer Bauchfellentzündung mit Blutbrechen erkrankt und in einem solchen Zustand fand, daß ich in meiner Prognose dem Armen nur mehr höchstens zwei Tage Lebensfrist in Aussicht stellen konnte. Dieser 15. März war Freitag, ein Tag, an dem mehr Leute zur Darocca kommen, als an anderen Wochentagen, weil ( mit geringer Ausnahme) an allen Freitagen des Jahres von einer Mitternacht zur andern die Exstase und der Blutschweiß der „ Heiligen" einzutreten pflegen. Jenen Freitag waren jedoch blos 7 oder 8 Personen da, übrigens auch dies eine verhältnißmäßig große Zahl in Anbetracht der schrecklichen Kälte und des durchdringenden Sturmwindes, der gerade herrschte. Trotz Külte und Wind wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, an einem so günstigen Tage die „ Heilige " zu sehen und bat, daß man mich in ihr ungefähr eine halbe Stunde entferntes Haus führe, um die überraschende und für einen Arzt äußerst interessante Erscheinung der Haemati-
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 13. August 1889, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5246-blutschweiss-an-freitagen-bericht-ueber-die-sogenannte-heilige-von-1889).
(Eine originelle Traueranzeige) wird dem „ Nürnberger Anz. " aus einem oberbaierischen Gebirgsstädtchen mitgetheilt. Sie lautet in der Orthografie des Originals: Heute Morgen 7 Uhr Schied ins Land der Geister an der Schw …
(Ein Hirsch) durcheilte heute nachts mehrere Straßen der Stadt. Er kam vom Eisensteg her und gelangte bis zum Margarelhenplatz. Bon dort kehrte er wieder auf den Rennweg zurück und versuchte die Berplankung beim Festsaal …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.