Neuestes. Wien. 30. Juli. Die „ Wiener Abendpoft " bringt an der Spitze des Blattes zur Bermählungsfeier im Kaiserhaus ein Gedicht von Ferd. Saar Das Poem, die Vorzüge des Brautpaares feiernd, erklärt, jedes Herz im Volk schlägt dem Brautpaare entgegnet, ganz Oesterreich segnet es. An anderer Stelle führt die „ Wiener Abendpost " aus, die Feier bedeutet ein Familienfest des ganzen Reiches, Beweis deffen die unzähligen Huldigungen, die von allen Seiten, Ländern, Gemeinden, Korporationen, wie einzelnen dargebracht wurden. Dynastische Feste in Oesterreich werden nach dem Beispiele Seiner Majestät des Kaisers stets durch Werke der Wohlthätigkeit gefeiert; es mußte sogar ein eigenes Gesetzes erlassen werden, um die anläßlich dieser Vermählungsfeier gemachten überaus zahlreichen Stiftungen ihren Zwecken zuzusenden. Erzherzogin Marie Valerie erbat sich von ihrem kaiserlichen Vater als besondere Gunst, die reiche Brautgabe der Stadt Wien zur Erweiterung des Spitales für arme Kinder bestimmen zu dürfen. Selten ist ein jugendliches Fürstenpaar unter herzlicheren und allgemeineren Glückwünschen zum Ehebunde geschritten als Franz Salvator und Marie Valerie. Aus allen Provinzen laufen Nachrichten über Loyalitätskundgebungen ein. Erzherzog Karl Ludwig stattete dem GrafenKalnoky nach der Rückkehr von seiner Nordcap Reise einen längeren Besuch ab. Ischl, 30. Juli. Heute vormittag ist der Bräutigam, Erzherzog Franz Salvator, hier eing troffen und begab sich sofort in die kaiserliche Villa. Im Laufe des Nachmittags trafen Erzherzog Karl Ludwig mit Gemahlin und die Kronprinzessin - Witwe Stefanie mit ihrer Tochter ein, welche der Kaiser am Bahnhofe herzlichst begrüßte. Der Kaiser wurde von der dichtgedrängten Menschenmenge mit stürmischen Ovationen empfangen. Im weiteren Verlaufe des Nachmittags trafen die meisten übrigen Erzherzoge und Erzherzoginen, Prinz Leopold von Baiern mit Gemahlin, die Prinzessinen Elisabeth und Augusta, die Prinzen Georg und Konrad von Baiern, Herzog Karl Theodor, ferner die Herzoginen Maria Josefa und Amalie in Baiern, Herzog Adolf von Nassau und die Ministerpräsidenten Taaffe und Szapary ein. Die Kaiserin und das Brautpaar besuchten sofort die Prinzessin Gisela. Als der Kaiser den Bahnhof verließ, erblickte derselbe den Grafen Taaffe. Der Kaiser ließ sofort halten, verließ den Wagen, begrüßte Taaffe huldvollst und unterhielt sich einige Minuten gnädigst mit demselben. Bei der abendlichen Theaterfestvorstellung wurde nach dem sinnig gesprochenen Prologe die Volkshymne intonirt und vom ganzen Hause stehend angehört. Dieselbe entfesselte einen langanhalteuden Beifallssturm.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 31. Juli 1890, S. 11, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5357-eintreffen-des-braeutigams-in-ischl-bei-allgemeiner-begeisterung-1890).
Der Anfang ist auf 8 Uhr abends angesetzt. (Die Kaiserin Elisabeth und der Phonograph.) Für den 2. ds. erhielt der in Pest weilende Begleiter eines Edison ' scheu Phonographen eine Einladung zur Produktion in die Salons …
Kronprinz Htudotzf Lobt! Die Hoffnung der Völker unseres Reiches, — Kronprinz Rudolf ist nicht mehr unter den Lebenden. Auf einem Jagdausfluge ereilte ihn gestern früh im Schlosse Mayerling bei Baden in Folge eines Schla …
(Die Kaisergruft) bei den Kapuzinern in Wien birgt jetzt 113 Särge der Mitglieder des Kaiserhauses. Seit Kaiser Mathias ruhen alle Habsburger, ausgenommen Kaiser Ferdinand II. und deffeu Gemahlin Anna, ferner die Gemahli …
(DaS letzte Bild des Kronprinzen.) Der Mater Th. v. Ajdukiewicz erschien an, Sonntag beim Kaiser mit einem Porträt des Kronprinzen, zu welchem ihm der Ve ' storbene noch 5 Tage vor seinem Tode gesessen war. DaS Bild ist …
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